Und als seine Lippen schließlich meine berührten, zitterten wir beide leicht. Nicht, weil wir unsicher waren. Sondern weil wir wussten, was kommen würde. Und dies kaum erwarten, ja, kaum glauben konnten.
Der erste Kuss war kurz. Verspielt. Wir konnten uns Zeit lassen, wollten erst ein wenig spielen. Wir küssten uns, wieder und wieder. Bald schon tiefer, länger. Er schmeckte nach Espresso. Und jetzt, da ich ihm wieder so nahe war, dass ich ihn wirklich riechen konnte, stiegen alle Bilder vom letzten Jahr vor mir auf. Wie leidenschaftlich es gewesen war. Und wie sehr mir dies Angst gemacht hatte. Nein, wie es mich überfordert hatte. Ich, die sonst alles immer plante, war unplanmäßig über einen Italiener gestolpert, hatte mich verliebt. Und hatte dann nicht den Mut gehabt, dem eine Chance zu geben.
Kurz musste ich mit den Tränen kämpfen. Die Kombination aus den Gedanken, dem Davonlaufen in der Vergangenheit und dem intensiven Erleben der Gegenwart, das war fast zu viel für mich. Als könnte ich nicht fassen, dass ich so viel Glück hatte. Dass wir dort anknüpfen konnten, wo wir aufgehört hatten. Nein, dass wir endlich das leben konnten, was wir uns damals gewünscht hatten.
Ich zog ihn fest zu mir, wollte ihn nicht loslassen. Legte meine Hände an seinen Hals, spürte den Puls unter seiner Haut. Unsere Bewegungen wurden wieder ruhiger, aber auch sicherer. Als wäre bereits klar, was folgen würde. Und irgendwie war es das auch. Nur machte es dies nicht weniger spannend, nicht weniger schön. Denn wirklich jede kleine Bewegung, jede Berührung war bedacht. Und intensiver, als ich sie in Erinnerung hatte.
Wir redeten nicht. Ich nickte ihm nur zu, als er mir einmal tief in die Augen sah. Und das war alles, was er hatte wissen wollen.
Rückkehr nach Rom
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Rückkehr nach Rom
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