Rom empfing mich mit Wärme und diesem unglaublichen Drang nach Leben, der selbst die ruhigste Straße dieser Stadt erfüllte. Und es empfing mich auch mit den vertrauten Geräuschen. Das Brummen der Mopeds, das Klirren von Tellern, die lauten Stimmen, die über die engen Gassen hallten.
Auch roch es in dieser kleinen Gasse in Trastevere noch wie damals – eine Mischung aus Basilikum, Wein und Sonne. Vor einem Jahr war ich auch hier gestanden, vor demselben Restaurant, aber ich war gegangen, bevor ich den Mut gefunden hatte, einzutreten. Heute stand ich erneut hier, spürte erneut die Wärme des Abends auf meiner Haut – und in meinem Inneren eine Entschlossenheit, die mir letztes Jahr gefehlt hatte. Ich würde nicht mehr im letzten Moment einen Rückzieher machen. Stattdessen würde ich das tun, was ich mir schon so oft vorgestellt hatte. Und was mich doch in so große Nervosität versetzte. Doch länger konnte und wollte ich es nicht aufschieben.
Durch die große Fensterscheibe blickte ich in das Restaurant hinein – warmes Licht, rot-weiß-karierte Tischdecken, eine gemütliche Atmosphäre. Und dann sah ich ihn. Er trug ein Tablett, sagte etwas zu einem Gast, lachte. Nichts an ihm schien sich verändert zu haben, und doch war da etwas in seiner Haltung, das ich früher nicht bemerkt hatte. War es Distanz? Oder Gelassenheit? Oder vielleicht auch nichts und ich interpretierte zu viel? Ich blieb stehen, bis er zufällig aufsah. Für einen kurzen Moment kreuzten sich unsere Blicke, und ich konnte nicht sagen, ob er mich erkannt hatte.
Ich schloss meine Augen, atmete tief durch und ging hinein. Das Restaurant war voller Stimmen. Man wies mir denselben Platz wie damals zu, direkt am Fenster. Eine junge Kellnerin brachte Wasser, lächelte höflich, verschwand wieder.
Er war es, der schließlich an meinen Tisch kam.
Rückkehr nach Rom
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