Dann besann er sich auf eine List. Er steckte sich Basilikumblätter in die Nasenlöcher, auf dass sie ihn von Amaurindes Duft ablenken sollten. Sorgsam schnitt er sie zurecht, so, dass es nicht auffiel, sonst wäre er ja Gefahr gelaufen, sich lächerlich zu machen vor dem gesamten Schlossgesinde.
Dann schlich er ihr nach, so gut es sein schwerer Bauch eben zuliess. Einmal drehte sie sich um, und er konnte sich gerade noch hinter einer schweren Eichentür verstecken. Er sah, wie Amaurinde in ihren Garten ging und dort mit geschlossenen Augen kauerte. „Was geniesst Du da, Teufelsfut?“, brummte er und robbte durchs mannshohe Gras. Das wollte er aus der Nähe sehen. Aber er war zu spät. Der Schlosskoch bekam gerade noch mit, wie Amaurinde aufstand, ihren Rock glattstrich und mit glühenden Wangen zurück ins Schloss ging. Der Koch robbte sich in Amaurindes Garten, zur Stelle, wo sie soeben noch gehockt hatte. Da sah er es! Er sah eine feine glänzende Spur, die Lavendel, Minze und Aniskraut überzog. Er klaubte sich den Basilikum aus den Nasenlöchern und schnupperte. Beinahe hätten ihn die Sinne wieder verlassen, aber es fehlte ja ein Kräutchen, ein gar seltenes.
Grimmig und wissend begab sich der Koch zurück ins Schloss und ertappte Amaurinde, die mit Unschuldsmiene ein paar Preiselbeeren aus einem Töpfchen klaubte.
Ab diesem Tag verlor der Schlosskoch das Bewusstsein nie mehr, egal wie sehr Amaurinde sich ihm näherte. Er behalf sich mit Basilikum in den Nasenlöchern, und er verwöhnte seinen heimlichen Lover, den König, indem er sich Lavendel, Minze und Aniskraut, fein destilliert, auf den Schwanz träufelte.
Das Geheimnis des vierten Kräutleins, des vierblättrigen Kleeblatts nämlich, das Amaurindes jungfräulichem Fötzchen verblüffend ähnlich sah, würde sie, Jahrzehnte später, mit sich ins Grab nehmen.
Koch, König, Königin, Amaurinde und das Schlossgesinde aber lebten fröhlich bis ans Ende ihrer Tage.
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