Sie lächelte in Gedanken versunken.
Die Erinnerung an das entsetzte Gesicht ihres Chefs, als er, zum zweiten Mal in dieser Nacht so unsanft aus seinem Schäferstündchen gerissen, inmitten eines riesigen Polizeiaufgebots in der Firma aufgetaucht war und sie ihm von dem Verlust der, so sorgsam abgezwackten „Reserve-Kasse“ berichten musste, versüßte ihr dieses Nichtstun noch mehr.
Fast genauso sehr, wie die Tatsache, dass ihn der Mutterkonzern nach der umfassenden Kassenprüfung, die auf den Überfall erfolgt war, umgehend entlassen und gleichzeitig gegen ihn Strafanzeige wegen Veruntreuung von Firmengeldern erstattet hatte. Sein Versuch, Lea die Unterschlagung in die Schuhe zu schieben, war kläglich gescheitert. Schließlich war ja nur ein einziges Flugticket auf seinen Namen nach Rio gebucht worden und das Gekrakel auf dem Auszahlungsbeleg, dass angeblich ihre Unterschrift darstellen sollte, hatte beim besten Willen keinerlei Ähnlichkeit mit ihrer ansonsten so gestochen scharfen Signatur.
Versonnen blätterte sie in den Unterlagen vor sich und entschied, dass sie sich noch einen oder zwei Tage Zeit lassen konnte, bevor sie das Angebot ihrer Firma, seinen Posten zu übernehmen, annehmen würde.
Ein Schatten fiel über sie und sie hob den Kopf.
Da der Mann die Sonne im Rücken hatte, musste Lea eine Hand vor die Augen heben und benötigte einem Moment, um eine kurze Bestandsaufnahme machen zu können.
Groß, breitschultrig, dunkelhaarig mit leicht ergrauten Strähnen, gepflegter kurzgetrimmter Vollbart, kantige Gesichtszüge, charmantes Lächeln, kräftige gepflegte Hände, teurer Anzug und schmale goldene Brille.
Safe(r)-Sex
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