Salz auf der Haut

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Salz auf der Haut

Salz auf der Haut

Chloé d'Aubigné

Und doch, es ist ein intensives Erlebnis. Ich fühle ihren Blick, fast wie eine Berührung auf meiner Haut. Ihre Sommersprossen sind noch da, das dichte Haar kürzer, doch in ihren Augen liegt noch immer dieser Glanz – ungezähmt, gefährlich und einfach wunderschön. Etwas älter, ein wenig gereifter vielleicht, aber auch ehrlicher.
Ich kann sie nicht ansehen, ohne dass in mir diese Bilder aufsteigen. Ich erinnere mich, wie sie war – wie sie lachte, wenn etwas schiefging, wie sie fluchte, wenn ich zu sehr plante. Im Bett war sie stürmisch, unberechenbar, besser als alles, was ich je erlebt hatte. Und daher hielt ich sie für meine perfekte Partnerin. Jedoch deutete ich die Gefühle falsch. Sie war nicht da, um mit mir alt zu werden, um mich zu ergänzen. Sie war da, um mir zu zeigen, was Sex ist. Wie empfindlich ich auf Berührungen reagieren kann. Was mein Körper alles fühlen kann. Und auch, was ich geben kann.
Doch im Alltag brachte sie mich zur Weißglut. Kein Planen. Viel Spontanität. Nicht da, wenn ich sie brauchte – und zu viel da, wenn ich aufgrund all dessen Freiraum haben wollte. Doch jetzt, hier, zwischen Dünen und Wind, denke ich: Vielleicht war das nie unser Fehler. Vielleicht war es einfach der falsche Ort damals.
„Komm rüber“, sage ich schließlich. „Das Haus sieht noch genau aus wie damals. Bier habe ich auch.“
Sie zögert nicht. Natürlich nicht. Lena war nie jemand, der abwägt.
Wir laufen nebeneinander her, barfuß durch den Sand, die Sonne im Rücken. Die Stille zwischen uns ist dicht, fast greifbar, aber nicht unangenehm. Auf der Veranda, als sie einen Schritt näherkommt, spüre ich es sofort – diese alte Magie, die nie verflogen ist, die ich nur verdrängt habe, um mich danach wieder auf etwas anderes einlassen zu können. Auch wenn dies nie erfolgreich gelang.

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