Ihr Geschmack ist salzig-süß, vermischt mit Meer und Schweiß, ein Aroma, das mich wahnsinnig macht. Gleich wie damals. Besser als alles, was ich kenne.
Meine Zunge findet ihren Rhythmus, kreist, saugt, während Wellenwasser unsere Füße umspült – kalt, schockierend, perfekt kontrastierend zur Hitze zwischen uns. Sie vergräbt die Hände in meinen Haaren, zieht mich näher, ihre Hüften buckeln mir entgegen. „Mehr“, keucht sie, und ich gebe es ihr, schneller, fordernder, bis ihr Körper sich anspannt, ein Bogen wird, und sie kommt – ein Schrei, der im Rauschen untergeht, ihr Zittern unter meinen Händen.
Aber wir sind noch nicht fertig. Denn sie nimmt nie, ohne selbst zu geben. Daher rollt sie uns herum, drückt mich in den Sand, ihre Finger wieder in mir, jetzt mit dem Daumen kreisend über meine Klitoris, hart, präzise. Ihr Oberschenkel presst sich zwischen meine Beine, reibt genau dort, wo alles brennt. Sand knirscht überall, in den Haaren, zwischen den Zehen, macht jede Bewegung roher, echter. Ich komme zuerst diesmal – wild, ungezügelt, ein Krampf, der mich durchzuckt, meine Nägel in ihren Rücken gräbt, ein Laut, der mehr Tier als Mensch ist.
Wir hören nicht auf. Bleiben ineinander verschlungen im Sand liegen, lassen die Hände über die Körper der anderen wandern. Es ist dreckig. Sand, Schweiß. Aber es stört uns nicht, stimuliert unsere Haut nur noch mehr. Ihre Zunge an meinen Brüsten, meine Hände an ihrem Po, der sich unter meinen Fingern anspannt. Wir sind einfach nur ganz nahe aneinander, Haut an Haut. Haben uns wiedergefunden, unseren Rhythmus. Bald ist dieser synchron zum Rhythmus der Wellen im Hintergrund. Nicht bewusst gewollt, sondern weil es hier keine andere Möglichkeit zu geben scheint, als der Wildnis zu folgen. Es geht nicht mehr darum, zu kommen. Es geht einfach darum, ganz eng verbunden zu sein. Intensiv zu fühlen und dieses Gefühl, tief aufzunehmen. Irgendwann ziehen wir uns ganz fest aneinander, sind eng umschlungen und bleiben einfach eine Weile so liegen.
Noch eine ganze Weile liegen wir da, nackt in den Dünen, der Wind kühlt uns angenehm ab, aber kann das Feuer nicht löschen. Denn dieses brennt immer noch fühlbar. Der Sand klebt überall, das Meer rauscht. Und wir. Wir sprechen kein Wort über Morgen. Auch nicht über später. Machen keine Versprechen. Keine Bekenntnisse. Nur ein Grinsen von ihr: „Besser als damals. Weil der Scheiß-Alltag fehlt.“ Ich nicke. „Hier funktionieren wir. Auf uns gestellt, in der Natur.“
Sie steht auf, streckt sich, unbesiegt und göttlich. „Wenn wir beide wieder hier landen … wiederholen wir das.“ Ich lache. „Abgemacht.“ Sie zieht sich an, geht langsam zurück zu ihrem Haus. Ich bleibe liegen, spüre den Nachhall in jedem Muskel. Und die Ruhe in meinem Geist. Was morgen kommen wird, das ist mir egal. Denn heute, heute war perfekt.
Salz auf der Haut
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Salz auf der Haut
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