Seit einigen Tagen gab es eine neue, dritte Variante der Massage. Sie beinhaltete nicht nur die bereits bekannte totale Entspannungsmassage mit allen Facetten, sondern ging noch darüber hinaus, war als Intim-Massage auf der Tafel deklariert. Die Damen tuschelten und kicherten unter sich. Sie waren der Meinung, dass die bisherige Entspannungs-Massage schon als Intim-Massage zu werten wäre. Ob es da noch Steigerungen geben wird?
Auch bei dieser Variante wird Tanaka alle geäußerten aber auch geheimen Wünsche der Klientinnen, absolut diskret und verschwiegen erfüllen. Bei diesen Massagen übernahm er jeweils vormittags und nachmittags nur eine Klientin und um Voranmeldung wurde wie immer gebeten. Die Damen steckten die Köpfe zusammen und versuchten sich gegenseitig zu animieren. Man wollte ja schließlich wissen, wie es war und welche Überraschungen da auf sie zukamen. Manche kicherten verlegen, andere wieder schauten sich bedeutungsvoll und wissend an.
Es sollte sich eine der Frauen trauen, einen Versuch zu starten und diese Variante ausprobieren. Es wollte sich aber keine freiwillig melden. Man verfiel auf Sam, eine junge, unbedeutende Sekretärin der Amerikanischen Botschaft, jedoch sehr selbstbewusst, sportlich und bar jeden Argwohns. Sie war das jüngste Mitglied des Clubs und war noch unverdorben, was die kleinen Intrigen und mehr oder minder harmlosen Spielchen der etablierten Damen betraf.
Nur zögernd kam sie dem Ansinnen der anderen Damen nach und trug sich für den morgigen Nachmittag ein. Sie legte den Stift sehr schnell wieder weg, als würde sie sich ertappt fühlen.
Am folgenden Tag waren die Damen vollzählig anwesend, zwei Damen kamen sogar mit dem Taxi von Kyoto heraus zu dem Teehaus.
Sam saß auf der Stuhlkante, machte ein etwas ängstliches Gesicht und hielt sich an ihrem langstieligen Cocktailglas fest.
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