Santinas Genuss

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Anita Isiris

Das lag nun einige Monate zurück, aber Estefan stellte schmerzlich fest, wie sehr sich seine Pam zunehmend von ihm entfernte. Sie sassen in seiner Wohnung gemeinsam beim Abendessen, am Sonntag holte Estefan, wie jedes Mal, Hörnchen in der gegenüberliegenden Bäckerei. Und, wie jeden Sonntagmorgen, machten die beiden Liebe unter den Escher-Nachdrucken auf Estefanos breitem Bett. Wie immer liess Pam es zu, dass er zärtlich ihren Hals küsste. Ihre Achseln leckte. An ihren schweren Brüsten spielte. Und, ja, sie liess es zu, dass er, nach langem Vorspiel, in sie eindrang. In diesem Moment aber versteifte sie sich. Körpersprache, die jedem Mann vertraut sein sollte. Wenn Frau sich beim Sex versteift, stimmt etwas nicht. Estefano verdrängte das vorerst, aber nach einigen Wochen war Pams innere Abwehrhaltung zu offensichtlich.

Unter der Woche lebte sie in einer Personalwohnung in der Nähe des Spitals, in dem sie arbeitete. Nur die Wochenenden verbrachte sie bei Estefano. Und je häufiger sie bei TruthNow ein und aus ging, desto stärker entfernte sie sich von ihrem Freund. Beim dritten Besuch in der Kommune hatte Nirikito zum ersten Mal ihren Schlafraum betreten – in dem Moment, als sie im Begriff war, ihre Arbeitskleider abzulegen. „Lass Dich durch mich nicht stören“, sagte er mit warmer Stimme, und seine Stimme hatte dieselbe Timbre wie die Stimme seines Bruders Brahmano. „Ich habe einen Begriff davon, wie Frauen aussehen“. Mit einem Seufzer liess er sich auf den Lesesessel sinken. Zuerst hielt Pam inne. Dann durchdrang sie Nirikitos Blick, und sie fühlte sich derart nackt, dass es keine Rolle mehr spielte, ob sie sich auszog oder nicht. Wohlwollend prüfte er ihren Körper. „Ich tue Dir nichts. Entspann Dich einfach. Du brauchst Sicherheit. Wärme. Sicherheit. Wärme“. Als handelte es sich um autogenes Training, wurde Pam zu Wachs. Nirikito hätte alles mit ihr tun können. Das tat er jedoch nicht. „Alles ist gut“, sagte er ruhig, atmete tief durch und verliess Pams Schlafgemach. „Wir lassen es langsam angehen“, sagte er draussen zu seinem Bruder Brahmano, der in Begleitung von Wächter I und Wächter II war. „Sie ist auf dem Weg zu uns. Wir müssen sie nur noch taufen“. Lüstern blitzten die Augen von Wächter I und Wächter II.

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