Saskia, ‚Dirty Tanja‘ und die nackten Tatsachen

Campingplatzgeschichten

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Saskia, ‚Dirty Tanja‘  und die nackten Tatsachen

Saskia, ‚Dirty Tanja‘ und die nackten Tatsachen

Svenja Ansbach

"Das Leben ist das, was uns passiert, während wir andere Pläne machen."


„Wo waren wir? – Ach ja, wegen deiner Frage“, nahm ich den Gesprächsfaden wieder auf.
„Ja, ich würde dich gerne näher kennenlernen. Ich möchte herausbekommen, wie du wirklich bist.“
„Bin ich nicht ‚wirklich‘?“ Saskia war verblüfft.
„Ein bisschen unwirklich führst du dich schon auf, auf einem FKK-Platz … Ganz ehrlich? Meine Frau fürs Leben soll klug und witzig sein, aber der Rest muss auch stimmen.“
„Der Rest, so, so… was ist denn der Rest?“
Ich hielt und drehte mich zu ihr. „DAS werde ich dir erklären, wenn wir unser erstes Date haben.“  
„Ach, das weißt du schon, hmm, aha, beim ersten Date also.“

Saskia begann unvermittelt das Thema zu wechseln. Ich will nicht sagen, dass es ein belangloses Gespräch wurde auf dem restlichen Spaziergang, nein, sie war klug und witzig und wir konnten uns gut unterhalten – nur persönlich wurde es nicht mehr. ‚Die Alte macht mich wahnsinnig‘, dachte ich nicht nur einmal.

Ich kürze den Bericht hier mal ab. Zwei Tage ging das noch so weiter. Wir machten vieles zusammen: am Strand rumliegen, gemeinsam in der Bar ‚Leute gucken‘ (und ablästern), kluge Streitgespräche führen, einen Ausflug nach Vrsar machen … und ich sah mich schon an plötzlichem Samenstau versterben, während meine Wahnvorstellung bezüglich ihres Aussehens unter der Kleidung immer intensiver wurde. Wir waren wie ‚best Buddies‘ mit 20-jähriger gemeinsamer Geschichte, nur eben ohne 20-jährige gemeinsame Geschichte.
Nur die klitzekleine Hoffnung, dass ich vielleicht gerade ein geheimes Testverfahren durchlaufen würde, hielt mich hoch und meinen Kleinen runter, wo er doch sonst vor lauter prall zur Schau gestelltem Leben deutlich aufbegehren würde.
Am letzten Abend, bevor Saskia nach Deutschland zurückflog, ihre Eltern mittlerweile Rentner, blieben noch, fragte sie mich: „Möchtest Du heute Abend ein Date mit mir?“

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