Scharfe Fee vom Parkcafé

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Scharfe Fee vom Parkcafé

Scharfe Fee vom Parkcafé

Peter Hu

Sie trug nichts, außer diesem knappen, durchscheinenden, geblümten Negligé und einem ebenso knappen Slip. Auf Besuch war die Rothaarige einfach nicht vorbereitet. Schnell zog sie wenigstens ein Handtuch aus ihrem Koffer und knotete es unter dem Bauchnabel ihres flachen Bauches, bevor sie zur Treppe ging, um nachzuschauen, wer denn da so unverschämt störte …

„Hallo … das Café ist noch geschlossen“, scherzte die Erbin in jenem gebrochenen Deutsch, das sie von ihrer verstorbenen Oma gelernt hatte.

Ulf stockten die Worte, als er zur Treppe hinaufblickte. Was sollte er auch sagen? Er war ein Eindringling, den einzig die Neugier antrieb. Womit hatte er eigentlich gerechnet?
Mit allem anderen jedenfalls, als mit dem Erscheinen dieser rothaarigen, knapp bekleideten Fee. Eindeutig gefärbtes Rot, denn die warme Sonnenbräune ihrer zarten Haut sprach eine ganz andere Sprache. Doch diese Sprache, gefiel ihm...

„Welch eine Begrüßung. Wie aufmerksam. Sie haben mir Brötchen mitgebracht. Ich habe sogar noch etwas löslichen Kaffee dabei, ...und zum Glück auch an den Campingkocher gedacht. Es wird wohl noch dauern, bis der Strom hier wieder angeschlossen wird. Sie müssen der Anwalt meiner verstorbenen Oma sein“...

Ulf entschied sich für die Wahrheit. Er verneinte und gestand seine plumpe Neugierde, …und dass ihn das verlassene Café magisch anzog, seit er zugezogen war.
Die Anwaltsnummer hätte er unmöglich lange aufrecht erhalten können. Und die Erbin faszinierte ihn bis in die Zehenspitzen. Er wollte den Augenblick nicht durch eine plumpe Lüge zerstören. Ihre wasserblauen Augen hatten so etwas magisches an sich. Augenblicklich hatte er sich in ihre hohen Wangenknochen und ihr sanft-freches Lächeln verliebt. Inzwischen hatte sie ein schwarzes Stirnband und einen offen getragenen Morgenmantel angelegt.

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