Seit Jahren fuhr er nun schon mit dem Rad am alten Café vorbei, wenn er zum Brötchenholen durch den Park abkürzte. Das Gründerzeitgebäude stand leer, seit er es kannte. Dabei befand es sich in der besten Lage. Hier ließ sich Geld verdienen; kamen doch viele Leute zum Spazieren vorbei. Und die Magie des Ortes lud zum Verweilen ein. Um den schmiedeeisernen Zaun, bildete sich bereits eine „Dornröschenhecke“.
Man munkelte, dass irgendwelche Erbstreitigkeiten jegliches Vorankommen in Sachen Vermietung oder Verkauf blockierten.
Doch an diesem Maimorgen hatte sich eine Kleinigkeit geändert. Als er wieder einmal mit dem Rad von seiner Gebäckversorgungsstation heimkehrte, bemerkte Ulf, dass das große Tor zum Parkcafé halb offenstand. Neugierig hielt er an und lehnte sein Rad an den rostigen Zaun. Dann fasste sich Ulf ein Herz, durchschritt das Tor und folgte dem gepflasterten Weg zum Gebäude. Der Ort hatte ihn einfach schon immer fasziniert. Was sollte schon passieren?
Im Hof war ein alter, aber zugelassener Minicooper der ersten Generation geparkt. Auch die Tür zum Café stand offen … und irgendwo im Inneren, spielte ein Radio.
Was machte er eigentlich hier? Auch wenn er neugierig war. Das war ein privates Haus. Er konnte da nicht einfach eintreten. Was, wenn der neue Besitzer mit seinem großen, bissigen Hund da war?
„Hallo, … jemand da?“, rief er verhalten und stand auch schon mitten im alten Lokal. Hier schien die Zeit wirklich stehen geblieben zu sein …
... Danuta war die ganze Nacht durchgefahren. Todmüde hatte die junge Ungarin ihren Schlafsack einfach auf dem alten Sofa in der kleinen Dachwohnung über dem Café ausgerollt und war sofort eingeschlafen. Da unten rief jemand. Verschlafen erhob sie sich von ihrer provisorischen Schlafstelle.
Scharfe Fee vom Parkcafé
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Scharfe Fee vom Parkcafé
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