Kurze Zeit später drehte sich das Mädchen allerdings weg und ging. Pierre blieb allein am Ufer stehen und blickte auf das Wasser. „Du hast wirklich nicht übertrieben mit seiner Beschreibung“, sagte Kerstin. „Er sieht ziemlich lecker aus. Aber worauf wartest du noch? Geh hin und sprich ihn an, du kannst ihn doch nicht schon wieder einfach so verschwinden lassen.“ Katja schaute zu Pierre hinüber und sofort stiegen die Gefühle von damals in ihr hoch. „Ja, ich werde ihn nach dem Essen ansprechen“, sagte sie mehr zu sich, als zu Kerstin. Der Geruch von den Bratwürsten lockte sie zum Grill. Während Katja da saß, aß und sich mit den anderen unterhielt, ließ sie Pierre nicht einen Moment aus den Augen. Ihre Hände zitterten schon jetzt vor Nervosität, doch sie wusste, dass sie ihn ansprechen musste. Ansonsten würde sie das ewig bereuen.
Die Gelegenheit ergab sich schon bald, als Pierre aus dem kleinen Waldstück neben ihrem Grillplatz herauskam. Anscheinend hatte er etwas Reisig für ein Lagerfeuer gesammelt und nun kämpfte er mit einem widerspenstigen Zweig. Katja nahm all ihren Mut zusammen und brachte ein „Hallo Pierre“ hervor. Irritiert sah er sich um und als er Katja entdeckte erstarrte sein Gesicht. Vollkommen ungläubig ging er die paar Schritte zu ihr hinüber und sein Duft stieg Katja in die Nase. „Katja, bist du das wirklich?“, noch immer irritiert starrte er sie an. Als Antwort brachte sie nur ein Lächeln zustande und das war auch genug. Kurze Zeit später saßen sie gemeinsam am Lagerfeuer und redeten über Gott und die Welt. Was damals passiert war, sprachen sie aber nicht an. Seine Hand legte sich bald auf die ihre und die Wärme, die von ihr ausging, brachte Katja fast um den Verstand. Immer öfter begegneten sich ihre Augen und versanken ineinander. Stefan, Katjas Bruder, riss sie unsanft aus einem solchen Augenblick. „Kommst Du? Wir wollen jetzt fahren, haben uns noch mit anderen im Billard-Café verabredet!
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