Schatten der Vergangenheit

Nach dem großen Sterben – Teil 18

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Schatten der Vergangenheit

Schatten der Vergangenheit

Reinhard Baer

Die Bezeichnung ‚Donalds‘ -frei nach dem hirnlosen 45. Präsidenten der USA - setzte sich als Bezeichnung erst viel später durch.
Wir verfeinerten unseren Auftritt langsam, in dem wir – von Notfällen abgesehen – auf lautloses Töten umstiegen. Hieb- und Stichwaffen sowie Schalldämpfer waren das neue Mittel der Wahl.
Einige der Männer, die ich aus meiner kriminellen Vergangenheit als Kumpane empfunden hatte, gingen mir bald gehörig auf den Nerv. Zu laut, zu planlos, zu unbeherrscht – vor allem seit ‚Wayne – The Brain‘ nicht mehr die Denkarbeit für alle übernahm. Mehrfach brachten meine Gang-Mitglieder Menschen um, keine Untoten! Ein Geräusch hinter ihnen, eine Bewegung im Dunkeln reichte um abzudrücken. Erst schießen, dann fragen – das entsprach nicht unbedingt meinem Stil. Auch scheuten sie nicht davor zurück, anderen Menschen Gewalt anzutun um in den Besitz von deren Habseligkeiten zu gelangen.
Damit wollte ich nichts zu tun haben, das war mir einfach zu destruktiv. So machte ich mich etwa eine Woche nach unserer Spontanentlassung aus der Haft selbstständig. Ich wollte keine Diskussionen darüber und setzte mich einfach bei der ersten passenden Gelegenheit ab. In einem Versteck wartete ich, ob sie mich suchen würden, schließlich könnte ich ja in Not sein. Keiner kam! Schöne Kameraden!
Ich verließ das Stadtviertel und suche mir eine andere Gegend um mich planvoll auf das Überleben zu konzentrieren. Ich plünderte planmäßig und im Gegensatz zu anderen ohne große Verwüstung zu hinterlassen. Ich war immer wieder erschüttert wie wertvolle Güter nur deshalb unbrauchbar wurden, weil Plünderer in diesem Moment damit nichts anfangen konnten und deshalb nicht achteten.
Alles was mir auch mittel- und langfristig brauchbar erschien trug ich zusammen. Dafür legte ich mir Depots an. Geschickt versteckte Notvorräte. Mir war klar, dass bald alles geplündert sein würde. Ich ging schnell und zielstrebig vor, lebte nicht einfach in den Tag hinein wie meine Kumpels. Untote, die mir über den Weg liefen, machte ich mit der Schalldämpferpistole nieder. Immer durch Kopfschuss. Auch das hatten wir erst lernen müssen. Nur die Zerstörung des Gehirns oder was sie da noch in der Matschbirne hatten, ließ sie endgültig dahinscheiden.

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