Schatten der Vergangenheit

Nach dem großen Sterben – Teil 18

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Schatten der Vergangenheit

Schatten der Vergangenheit

Reinhard Baer

T. mit blutenden Wunden und anderen üblen Verletzungen, in die Arme. Die unglücklichen Gefangenen denen dies wiederfuhr, wurden sofort von diesen merkwürdigen Kreaturen angefallen und gebissen, vorzugsweise in die Halsschlagader. So wussten wir anderen schnell, wie der Hase hier lief.
Meine Gang und ich versorgten uns mit Waffen und dann schossen wir uns den Weg frei, denn das Gefängnis war schon komplett von den Untoten umgeben und durch das offenstehende Haupttor waren sie schon bis in die Schleuse und den ersten Hof geraten. Dass die schrillenden Sirenen sie geradezu anlockten, quasi zum Essen riefen, war uns in diesem Moment noch nicht klar.
Die nächsten Tage waren das nackte Chaos – Überlebenskampf pur. Es dauerte sich in diese neue Welt einzufinden. Aus Unerfahrenheit wurden viele Menschen gebissen und zu Untoten, viel mehr als nötig gewesen wäre, wenn alle einen kühlen Kopf bewahrt hätten. In der ersten Panik taten viele Menschen viele verrückte Dinge.
Mancher Überlebende wird auch aus Versehen getötet worden sein. Auch musste man erst Lernen, dass nach Einbruch der Dunkelheit jeder tunlichst in einem sicheren Quartier verbleiben sollte. Zu viele wurden nachts Opfer der Untoten - wir nannten sie damals noch ‚Fresser‘ - oder eben von Menschen mit nervösem Finger am Abzug.
Erst nach vier, fünf Tagen ließ das große Sterben etwas nach, als die Überlebenden gelernt hatten zu überleben. Wir plünderten um uns mit lebensnotwendigen Dingen einzudecken und hatten inzwischen gelernt, dass unsere Schüsse auf die Untoten stets neue anlockten, weil diese auf Geräusche reagierten.
Am zweiten Tag unserer neugewonnenen Freiheit verloren wir Wayne, einen drahtigen Mittvierziger der in unserer Crew „The Brain“ genannt worden war, weil er so ein bisschen der Denker des kriminellen Haufens war. Erschüttert mussten wir miterleben, wie schnell ein von den ‚Fressern‘ gebissener Mensch sich „verwandelte“.

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