Die Schenkel der Podologin

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Die Schenkel der Podologin

Die Schenkel der Podologin

Anita Isiris

Doch, stellte sich Rainer W. vor, unter diesem Kasak, unter dem verdammten blauen Top, versteckten sich bestimmt dralle Traumbrüste, die er fürs Leben gern gekitzelt hätte.
Das Gespräch ging weiter, frei von jeder Moral, und Claudia K. erzählte ihm freimütig, welche Stelle in «American Psycho» sie am meisten schockiert hatte. «Die, bei der sich eine Ratte in die Möse zwängt.» «Möse». Sie redete freimütig von «Möse». Nicht etwa von «Loch» oder «Vagina», sondern von «Möse». Von einer heissen, geilen, anrüchigen Möse, die Ratten anlockte.
Rainer W. streckte seine Sexualantennen raus und wollte mehr in Erfahrung bringen. «Und was hat Sie an Charlotte Roches Hämorrhoiden gereizt?», fragte er unverwandt. «Die Offenheit, wie sie über nicht Benanntes und nicht Diskutiertes schreibt», war Claudia K.’ s Antwort.
Rainer W. hatte in der Zwischenzeit die Augen geschlossen, liess sich die Hornhaut wegfeilen und genoss den Klang von Claudia K.’s Stimme.
Wenn sie sich über ihn beugte, kam es für Sekundenbruchteile vor, dass ihre Brüste seine Zehen streiften. Sekundenbruchteile, die genügten, seine ohnehin schon vorhande Erektion zu verstärken. Was war diese Frau geil! Was Rainer W. anmachte, war ihre klinische Professionalität. Diese gewisse Kühle, die Claudia K. ausstrahlte. Und seine Vorstellung, dass sie sich, nackt auf einem breiten Bett, in ein heisses, kleines, geiles Weibchen verwandeln konnte. Eine Frau bestimmt, die beim Sex stöhnte. Oh, wie Rainer W. stöhnende Frauen liebte!
Als sie kurz aufstand und sich streckte («ich muss das manchmal tun, um mich zu entspannen, entschuldigen Sie bitte»), entdeckte Rainer W.

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