Alarmierte Agenten der Immunabwehr legten ihnen unbarmherzig die Handschellen an und führten sie ab. Leonardo erwachte. Seine Hand ertastete eine Beule, während er mit seinem großen Zeh auf die Unterseite des Flügels einen mehrstimmigen Satzgesang schrieb. Einfach nur so. Einfach nur so und fehlerfrei. Fehlerfrei und genial. "Whow!" sagte er und bezog die nächtliche Maria mit ein. Er drehte seinen Kopf zur Seite und sah in Marias verrutschtes Gesicht. Eingefroren hockten die Pupillen in ihren verglühten Augen, und Leonardo begriff, was zu begreifen er sich weigerte.
"Komm Mädchen, wach auf!" schüttelte er sie. "Maria, das ist nicht nett." Doch der grüne Engel erwachte nicht. Nackt, wie er war, stolperte Leonardo zum Telefon und rief im Krankenhaus an. Ein besoffener Krankenpfleger nahm am anderen Ende ab und versprach, sich darum zu kümmern. Leonardo kleidete sich an, legte Maria auf den Flügel, bedeckte sie mit ihrem grünen Kleid, setzte sich auf den Hocker und wartete. Seine Finger drückten leicht ein paar Flügeltasten nieder und eine Tonfolge seufzte:
"Inspiriert dich das?" "Ja!" küssten Leonardos Hände zurück. Geschmeidig zuckte die Elfenbeintastatur zusammen und strahlte das "Saug jede Note aus mir heraus, Liebster!" ab wie ein Nachtspeicherofen. Der Resonanzkörper des Flügels erwachte und stimmte die "Rhapsodie in grünem Moll" an. Lucie, die Fliege, heulte ergriffen, und ihre Tränen wuschen das Fenster sauber. Der blaue Herbstsonntag trat erfreut in das Zimmer ein und, die kranke Palme aß sein Sonnenlicht. Die Rhapsodie klopfte gegen die Standuhr, setzte das Pendel wieder in Gang und glich die verlorene Zeit ab.
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