Dein Laden befindet sich in bester Lage." Der Pate suchte verzweifelt die Taste, die sich seiner Meinung nach zwischen e und f befinden mußte. "Aber ich habe es dir schon einmal gesagt. Du sollst Pizzas verkaufen und aufhören, hübschen jungen Männern die Knie zu zerschießen, um sie in deinem Büro ...", er gab die Suche auf, blätterte die Seite einfach um und begann den Kampf mit D-Dur und Allegro molto. Das Klavier stöhnte auf, denn seine zartbesaiteten Nerven lagen blank. "Du hast Glück!" fuhr der Pate fort, "Großes Glück! Ich habe heute gute Laune. Nächste Woche wird mich Doktor Montorelli mit zwei gutaussehenden Narben verschönern. Damit ich endlich ..." und er fing unvermittelt an zu brüllen.
"Weißt du eigentlich, wie demütigend es ist, mir jedesmal die Wunden von diesen Drogendealern, Zuhältern und Glücksspielganoven zeigen zu lassen? Diesem kulturlosen Haufen, der Chopin für ein französisches Damenparfüm hält. Weißt du das? ..." und seine Hände metzelten aufgebracht die Melodie nieder. Der Pizzabäcker schüttelte den Kopf und sagte:
"Ich bin völlig unmusikalisch." "Unmusikalisch, unmusikalisch! ... Versteht mich denn keiner?" stöhnte der Pate auf und schlug seinen Kopf, den Rhythmus der Melodie ignorierend, gegen das Piano. Benommen dröhnte dessen Resonanzboden und es befürchtete, sich eine umfassende Saitenverstimmung zugezogen zu haben. Der Pate saß zusammengekrümmt auf seinem Hocker und stützte sich den Kopf mit den Fäusten. Das Klavier und der Pizzabäcker genossen gemeinsam diesen Moment der Stille.
Doch!" sagte der Pate und seine Augen füllten sich mit der wäßrigen Melancholie des Sehnsüchtigen. "Doch ...", wiederholte er und seine Stimme wurde leiser, "es gibt jemanden." Und fast flüsternd fügte er hinzu "Maria!" Und er sprach ihren Namen aus wie ein großes, schweres Flügeltor, das sich weit hinein in den Frühling öffnet.
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