Wir fuhren zu einer Tankstelle und pumpten mit der Handpumpe Benzin aus dem Erdtank. Sodann füllten wir zusammengesuchte Kanister und Tonnen. Immerhin weitere 150 l bekamen wir so auf der Ladefläche des Trucks zusammen.
„230 Liter … das wird nicht ganz reichen, und ich kann dir leider auch die Handpumpe nicht mitgeben, aber du wusstest dir ja schon immer zu helfen!“ Bruce gab sich tiefenentspannt.
Als wir zum Zug zurückkamen, ging mir Kris ganz offensichtlich aus dem Weg. Wenn ich ihr doch wenigstens hätte erklären können, jedenfalls den Teil der Geschichte, der für ihre Ohren taugte, aber sie zeigte mir die kalte Schulter.
Abends in der Kantine saß sie mit Emma an einem der kleinen Tische. Ich quetschte mich neben Emma, damit ich Kris anschauen konnte.
„Kris, lass mich erklären …“
„Was gibt es da zu erklären? Du bringst dich in Gefahr … du scheißt auf uns … was gibt es da noch zu sprechen.“
„Na ja, du könntest schon versuchen, mich zu verstehen. Die da sind auch meine Leute! Ich habe manche Schlacht mit ihnen zusammen geschlagen. Sie haben mir vertraut. Ich habe ihnen dabei geholfen, wehrhafter zu werden … Also könnte ich doch von dir ein bisschen Verständnis erwarten.“
„Du hast mein vollstes Verständnis“, sagte sie sarkastisch und sprang auf, „und ich keinen Hunger mehr.“ Weg war sie.
Emma schaute betreten aus dem Fenster. „Sie liebt dich“, sagte sie dann.
„Ich weiß. – Sag ihr nochmal, dass ich einfach fahren muss. Ich mach‘s wieder gut, versprochen. Wenn sie es sich anders überlegt: Ich fahre nullfünfhundert. Vielleicht möchte sie sich verabschieden.“
Ich fuhr um fünf Uhr in der Früh und Kris hatte es sich nicht mehr überlegt, sie ließ sich nicht mehr sehen. Keine Verabschiedung, kein Abschiedsfick, nicht mal einen Quickie. Oh je. Ich liebte ja temperamentvolle Frauen, aber das aktuelle Verhalten fand ich anstrengend.
Schlechte Nachrichten – gute Nachrichten?
Nach dem großen Sterben – Die Bruderschaft
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Schlechte Nachrichten – gute Nachrichten?
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