*****
Ich kam gut voran, vor allem in den New-USA-Staaten. Auf der 287 umfuhr ich den Großraum New York. Auch in Ohio ging es noch ganz gesittet zu. Columbus/Ohio glich, wie jede Großstadt, einer Geisterstadt, war auf höchstens 20 % der ursprünglichen Einwohnerschaft herunter. Die Zahl herumstreunender Donalds und zwielichtiger Gestalten nahm in Ohio zwar zu, aber die Straßen waren konsequent freigeräumt. Keine verbeulten oder ausgebrannten Autowracks auf den Straßen. Nirgends musste man Slalom fahren. Nördlich von Youngstown passierte ich auf der Interstate 80 einen Checkpoint. Offenbar hatte ich soeben die New USA verlassen. Der ausreisende Verkehr wurde nicht beachtet, aber wie ich sah, schaute man sich auf der Gegenspur an, wer hineinwollte in das befriedete Gebiet. Am Mittag des zweiten Tages kam ich in der unbefriedeten Zone durch Indianapolis. Die Hälfte war geschafft.
Nicht, dass ich generell untervögelt wäre – das konnte man Kris wirklich nicht vorwerfen. Sie kümmerte sich i. d. R. sehr verantwortlich um meinen Hormonhaushalt, aber das am letzten Abend war Scheiße, und in den vielen Stunden der bisherigen Fahrt steigerte ich mich da ein bisschen rein.
Und nun war ich auf dieser großen Einfallstraße hinein nach Indianapolis und sah dieses ehemalige Motel, an dem jetzt unübersehbar das große Schild „Girls“ hing. Eigentlich hatte ich mir ja seit dieser absurden Begegnung mit der ausgemergelten Nutte in Petrolia vor etwa vier Jahren geschworen, nie wieder eine Sexualfacharbeiterin aufzusuchen, aber uneigentlich hatte ich da jetzt Bock drauf. Ziemlich kindisch, das als Retourkutsche auf Kris' Verhalten, nicht wahr? So im Nachhinein sehe ich das genauso.
Langsam rollte ich über den Hof vor dem Motel. Bei bestem Sonnenschein saßen die Damen auf Bänken vor ihren Zimmern.
Schlechte Nachrichten – gute Nachrichten?
Nach dem großen Sterben – Die Bruderschaft
7 7-11 Minuten 0 Kommentare
Schlechte Nachrichten – gute Nachrichten?
Zugriffe gesamt: 364
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.