Der Schleiertanz

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Der Schleiertanz

Der Schleiertanz

Peter Hu

Wahrscheinlich hatte er schon ihr Fortschleichen bemerkt und sich auf die Lauer gelegt. Denn solche Raubgesellen haben einen scharfen siebten Sinn.
Als wir uns gerade zur Meucheltat in sein Zelt schleichen wollten, raste auch schon ein Speer durch den den Zelteingang. Er traf meinen tapferen Begleiter mitten ins Herz.
Blitzschnell hatte ich das Kurzschwert gezogen. Die ideale Waffe in einem engen Zelt. Damit hatte der Räuber nicht gerechnet. Er wollte mich mit dem Messer nieder machen. Dass ich besser bewaffnet war, überraschte ihn maßlos. Er stürzte sich auf mich. Doch ich parierte den Angriff. Er schleuderte die Klinge. Doch sein Dolch glitt schmerzhaft an meiner Schulter ab. Eine schnelle Drehung und es gelang mir, ihm ihm meine Piratenklinge mitten in den Bauch zu stoßen...
Geistesgegenwärtig drückte ihm die Rothaarige im selben Augenblick das Kissen aufs Gesicht. Für einen kurzen Moment erkannte er wohl noch, dass es sein eigenes, geschundenes Weib war, das da Rache nahm.
Wortlos reichte ich ihr das Schwert. Sie führte es kaltblütig an seine Kehle und machte ein unverdient schnelles Ende. Ich erledigte den Rest...

...Während meine Komplizin voller Genugtuung das Beweismittel in einem Ledersack verstaute, gab ich meinem Kameraden die letzte Ehre. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass ich noch nicht einmal seinen Namen kannte. Er fand sein schlichtes Grab im Wüstensand...
Hastig raffte das Mädchen ein paar Kleider zusammen. Dann eilten wir zum Fluss, wo ein kleines Boot versteckt lag. Sorgsam verwischten wir mit einem Palmwedel die Spuren. Den Rest besorgten der leicht aber ständig wehende Wüstenwind und der feine Sand. In drei Stunden würde es hell werden. Spätestens zu Mittag würde man nach dem Gelage erwachen und den Hauptmann vermissen. Wir mussten unseren Vorsprung also ausbauen, so gut es ging. Babylon lag etwa vier Tagesreisen flussaufwärts...

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