Der Schleiertanz

4 12-19 Minuten 0 Kommentare
Der Schleiertanz

Der Schleiertanz

Peter Hu

...Es hatte beinahe den Anschein, dass wir unser Ziel auch ohne Eskorte unbehelligt erreichen würden. Die Kamele witterten schon das Wasser des Euphrat. Sie trabten jetzt, ohne das wir sie antreiben mussten. Bald konnte man auch schon den grünen Schimmer am Horizont erahnen, welchen die Felder an seinen fruchtbaren Ufern in die Luft spiegelten. Ich fühlte bereits im Geiste die angenehme Kühle des Flusses. Bald glaubte ich auch, die rötlichen Ziegelmauern der Stadt zu erkennen. Ich brannte förmlich wie ein ungeduldiges Kind darauf, durch diese berühmten Tore zu schreiten.
Doch es sollte alles ganz anders kommen...

Von einer Sekunde auf die Andere herrschte wildes Geschrei um mich herum. Es regnete Pfeile vom Himmel. Lanzen und blanke Schwerter blitzten in der gleißenden Sonne. Geistesgegenwärtig schluckte ich meine Kugeln, ...und griff zur Waffe.
Die Kaufleute wehrten sich halbherzig und ungeschickt. Die Räuber freuten sich über ihr leichtes Spiel. Dennoch gewährten sie keine Gnade. Nur drei tapfere Reisegefährten gebrauchten ihre Klingen. Zwei von ihnen fielen dennoch gleich auf der Stelle. Dem Dritten wurde das Kamel unter dem Sattel weg geschossen, dass er sich im Sand überschlug.
Ich selbst war nur kurz Soldat. Dazu auch noch ein Infanterist, der es nicht gewohnt war, vom Rücken eines Tieres aus zu kämpfen. Aber die Sklaverei kannte ich bereits. Ich war nicht bereit, sie noch einmal zu ertragen. „Freiheit oder Tod“, ...brüllte ich entschlossen, Als ich meine Lanze in die Flanke eines gegnerischen Pferdes bohrte. Doch im selben Augenblick traf mich etwas Hartes am Kopf...

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 2170

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben