„Nur nicht so ungeduldig, mein junger Freund. Das Kastriermesser läuft ja nicht vor dir davon. Es dauert noch einige Tage, bis der Heilkundige bei uns eintrifft. Damit euch die Zeit nicht zu lang wird, ...und ihr begreift, was ihr verliert, seit ihr nach Sonnenuntergang sogar Ehrengäste in meinem Zelt.“
„Ich gebe ein kleines Fest zur Verabschiedung eurer Eier. Ich habe auch extra ein paar wunderschöne Tänzerinnen aus Babylon zur Zerstreuung kommen lassen.
Mein eigenes Weib wird ebenfalls zugegen sein. Sie ist wirklich ein Gedicht aus Milch und Honig, wie ich euch versichern kann.“
Selbstverständlich dürft ihr nur zuschauen, damit ihr euch schon einmal an eure künftige Rolle gewöhnen könnt“, ...grinste der schändliche Wüstenräuber...
...Nein! ...Auch unter anderen Umständen hätte dieser Kerl unmöglich mein Herz gewonnen. Nicht nur, dass er arrogant wie ein Pfauenhähnchen und verschlagen wie eine Wüstenviper war.
Nein, trotz seiner hochmütigen Bauernschläue erwies er sich auf der anderen Seite als geradezu beleidigend dumm. Denn er hatte mich in seiner Arroganz und Verachtung für Kaufleute nicht einmal gründlich durchsuchen lassen.
Zwar hatte man mir jegliches Bargeld und auch die Gewürze abgenommen. Doch unter meiner Achselhöhle fühlte ich einen dumpfen Bluterguss hämmern. Der stammte vom runden Knauf meines Kurzschwertes. Ich konnte mein Glück gar nicht fassen. Es steckte noch immer in dem ledernen Holster, das ich mir speziell habe anfertigen lassen, um es dezent unterm Gewand zu tragen.
...Der Tag verstrich. Endlich zeigte sich ein klarer Sternenhimmel über der Wüste. Den ganzen Tag über hatte man uns dursten lassen. Das Wissen um die Nähe des erlösenden Wassers machte es zur besonderen Qual.
Endlich erschienen zwei kräftige Kerle, um uns auf das schmähliche Fest zu führen.
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