Die Königin zu versetzten, grenzte an Hochverrat.
Gut, der Schneesturm war eisig. Man sah die Hand vor Augen nicht. Doch zweimal schon, hatte sie heute den Fahnenmast „markiert“. Und ihre unverkennbare Duftmarke, leitete bis jetzt noch jeden bockigen Recken ans Ziel.
„Sollen ihn doch die Wölfe holen“, ...fauchte die Königin zornig.
„Das ist die einzige Entschuldigung, die ich noch gelten lasse!“
So entschloss sie sich in ihrer überschäumenden Wut, auf einen einfachen Stallknecht zurückzugreifen.
„Gero, ...untreuer Bock. Gnade dir Gott, wenn du noch am Leben bist!“... zischte die Versetzte.
Doch so ein rechter Ersatz, war dieser Stallknecht beileibe nicht. Quälte die Königin doch noch immer der böse Stachel der Eifersucht. ‚Gibt es da etwa ein anders Weib? ...Jünger, vielleicht, ...oder sogar noch schöner als ich?‘
Ihr allwissender Spiegel hatte sie schon manches Mal vor einem gewissen "Schneeflittchen" gewarnt:
„Dereinst, meine schöne Königin, wird ein gewisses Schneeflittchen zu deinem personifizierten Verhängnis werden“, ...hatte das geschliffene Kristall prophezeit.
Doch eine einfache Wirtstochter, die konnte ihr, der mächtigen Königin, doch nicht etwa gefährlich werden?
Die königliche Eitelkeit hatte es bisher immer verhindert, dass sie sich jene Konkurrentin im Spiegelbilde vorführen ließ. Aber der Stachel saß tief.
Lustlos ließ sich die Königin also vom nächstbesten Pferdeknecht bestallen. Abwesend las sie dabei in ihrem Horoskop, ...und dachte sogar über Handentspannung nach, während sie ihm die Kehrseite anbot. Ihre enormen Melonen klatschten heftigen Beifall, ...doch die Königin gab sich stumm.
Gerade eben, wollte er seinen ländlichen Samen in ihre königliche Ackerfurche legen, als sie den Unglücklichen ungeduldig davonjagte.
So bestäubte der arme Knecht dummerweise nur die königlichen Seidenbettlaken. Und das war eine schlimme Sache...
„Pass doch auf, tumber Bauer, wohin du dich vergießt.
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