Ich hab keine Lust, wegen deiner Frechheit Birkenreiser zu kosten.“
Alwine zeigte ihrer älteren Schwester den berühmten Vogel. Sie verstand die Welt nicht mehr. Immer hatte sie Luise bewundert, die sich von keiner Gouvernante etwas gefallen ließ. Nun kam diese junge Dame ins Haus, versohlte ihr und Luise gleich den bloßen Popo! Ihre Schwester bekam es sogar noch einmal – in aller Öffentlichkeit, beim Spaziergang im Stadtpark. Alwine war stets die Vorsichtigere gewesen, aber nun steckte sie inmitten einer rebellischen Phase. Luise schien ihr schwach geworden, angesichts gewisser Erziehungsmaßnahmen. Alwine wollte dies nicht länger hinnehmen, schon gar nicht, da jene garstige Birkenrute ihrem zarten Hinterteil drohte. Sie sprach gleich bei den Eltern vor.
Apotheker Lünen saß mit seiner Gattin beim Kaffee, als Alwine in die Wohnstube stürmte. Das hübsche, braungelockte Mädchen war ganz aufgeregt. Sie setzte sich neben den Papa, umgarnte den weichherzigen Mann mit schmeichelnder Stimme. Auch die Frau Mama hörte aufmerksam zu, was die jüngste Tochter vorbrachte. Alwine empörte sich über das Fräulein, erwähnte jedes kleine Detail.
„Lieber Papa, beste Mama – ich bin ganz verzweifelt! Das Fräulein ist viel zu streng mit Luise und mir. Ich traue mich kaum, euch von dem zu berichten, was sich jüngst zugetragen hat. Beim Spaziergang, mitten im Park, stritt sich Luise mit unserer neuen Gouvernante. Dabei sagte sie ihr nur, dass sie uns nicht an der Hand nehmen soll. Wir sind schließlich keine Kinder, sondern junge Damen. Fräulein Jolanthe wollte das nicht einsehen. Als Luise dementsprechend Einspruch erhob, setzte sich die Gouvernante einfach auf eine Bank. Sie packte Luise, warf sie über ihre Knie. Stellt euch nur vor, was dann geschah. Das Fräulein hob ihr die Röcke, öffnete Luises Höschen und versohlte ihr vor allen Augen den bloßen Popo. Ich finde das empörend!
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