Schöne blaue Donau

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Schöne blaue Donau

Schöne blaue Donau

Sven Solge

Aber die Kabine endsprach durchaus meinen Erwartungen.
Mein Koffer stand schon in der Kabine, sodass ich erst Mal meine Sachen in den kleinen Schrank einräumte. Um mich dann anschließen aufs Oberdeck zu begeben, um das Schiff zu erkunden.
Schnell musste ich feststellen, dass ich mit meinen 33 Jahren wohl einer der jüngsten auf dem Flusskreuzfahrer war. Es waren überwiegen ältere Paare, die an der Reling standen und dem Ablegemanöver zuschauten. Ich konnte nur wenige Einzelpersonen erkennen, aber auch die waren durchweg doppelt so alt wie ich.
Ok, ich war nicht auf der Suche nach einer weiblichen Bekanntschaft, hatte bisher nur schlechte Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht gemacht, trotzdem war ich irgendwie enttäuscht.
Ich spazierte auf dem langgezogenen Deck entlang und unter beschaulicher Musik, die aus den Lautsprechern drang, drehte sich unser Schiff langsam in den Strom.
An der Staustufe Jochenstein sah ich sie zum ersten Mal.
Sie stand an der Reling, als wir in die Schleuse einfuhren und mir war ihr langes, blondes Haar aufgefallen. Ich sah sie nur von hinten, ließ aber meinen Blick über ihre schlanke Figur gleiten und was ich sah, löste bei mir ein wohliges Gefühl aus. Drehte mich dann aber ab, weil ich das Schleusen filmen wollte.  
Beim Abendessen sah ich sie plötzlich wieder.
Ich hatte schon bei der Buchung mich für einen größeren Tisch entschieden, einfach um etwas Unterhaltung zu haben. Die beiden älteren Ehepaare, die mit mir am Tisch saßen, waren ausgesprochen nett.
Besonders Rainer und Lisa gefielen mir. Beide in den Sechzigern! Während Rainer ein ruhiger Typ war, sprudelte es aus Lisa nur so heraus. Sie bot uns allen gleich das >Du< an: „Das macht  die Unterhaltung leichter!“, meinte sie kichernd.
Das andere Paar, war etwas zurückhaltender, aber nicht weniger angenehm. Klaus und seine Frau Renate, waren beide schon über siebzig und machten, die Reise anlässlich ihrer goldenen Hochzeit, die in wenigen Tagen stattfinden würde.

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Dickes Lob

schreibt Alnonymus

Sven Solge, wie immer ein toller Geschichtenerzähler.

Ein Fan

schreibt Emare

Vielen Danke für die die schöne Geschichte.

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