Schöne blaue Donau

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Schöne blaue Donau

Schöne blaue Donau

Sven Solge

Ich roch ihren betörenden Duft und als ihre Nasenspitze kurz meine Wange berührte, lief mir ein wohliger Schauer über den Rücken.
Als der Bus nach einer gefühlten Ewigkeit endlich vor dem Heurigenlokal ankam, hielten wir uns immer noch bei der Hand. Leider musste ich sie in dem schmalen Gang zwischen den Sitzreihen los lassen, ließ sie aber vor gehen.
Im Lokal wurden wir schon erwartet. Lange Tische und Bänke luden uns zum Sitzen ein. Emely suchte den Platz aus und ich schob mich eng neben sie.
Auf den Tischen standen Karaffen mit Rot.- oder Weißwein und Körbe mit Brötchen und etwas Brotaufstrich.
Nachdem ich Emely gefragt hatte, was sie trinken möchte schenkte ich ihr Rotwein ein und mir selber auch. Nachdem der Reiseleiter noch eine Ansprache gehalten hatte, prosteten wir uns zu.
Bei der Schrammel-Musik, den zwei Musiker zum Besten brachten, dem Wein und die Nähe zueinander wurden unsere Gespräche immer intimer.
Ich fragte sie direkt:  „Bist du Verheiratet, oder hast du einen Freund?“
Sie zeigte mir wieder dieses unglaublich, warme Lächeln und als sie jetzt ihr Weinglas absetzte, blieb an ihrer Lippe ein roter Tropfen hängen. Impulsiv wischte ich ihr den Tropfen  weg und leckte die kleine Köstlichkeit von meinem Daumen.
„Ein Kuss auf Umwegen!“, sagte ich, als ich ihren überraschten Blick sah.  
Ich fühlte, dass wir von den anderen Tischnachbarn beobachtet wurden, deswegen nahm ich unter dem Tisch nur ihre Hand und strich zärtlich darüber hin.
Emely trank erneut einen großen Schluck. Aber auch ich, da mein Mund wie ausgetrocknet war. Ich schenkte uns noch mal nach, griff dann zu einem Brötchen, brach es in zwei Teile und gab Emely die eine Hälfte.
Wir aßen, und ab und zu tranken wir etwas und schauten den beiden Musikern zu. Der mit der Geige wanderte durch die Tischreihen, während der mit dem Akkordeon an seinem Platz sitzen geblieben war.

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Dickes Lob

schreibt Alnonymus

Sven Solge, wie immer ein toller Geschichtenerzähler.

Ein Fan

schreibt Emare

Vielen Danke für die die schöne Geschichte.

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