Schreck am Morgen

Meine Traumfrau

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Schreck am Morgen

Schreck am Morgen

Alnonymus

„Auuu!“ schreie ich mehr vor Schreck, als vor Schmerz auf. Irgendwie beginne ich die Situation, so bizarr sie auch ist, erst einmal als gegeben hinzunehmen. „Das merke ich. … Aber sowas kann es nicht geben, ich hab noch nie von sowas gehört.“ bemerke ich nur.

„Ach, und weil du noch nie davon gehört hast, gibt es das nicht?“ fragt Eva zurück, „Vielleicht gibt es das ja sogar oft, nur niemand redet darüber, um nicht in der Klapse zu enden.“ Schweigend überlege ich kurz, welche glücklichen Paare ich kenne. Ob einige auch wohl so etwas erlebt haben wie ich? „Vielleicht.“ gebe ich nachdenklich zurück, „Aber hast du mich erhört, oder welches übernatürliche Wesen war es?“ Die zauberhafte Frau, die auf meiner Bettkante sitzt, lacht auf. „Nein, ich war es ganz bestimmt nicht, … aber ich weiß auch nicht wer mich hierhergeschickt hat.“ Sie erzählt, dass sie nicht weiß, was vor heute Morgen mit ihr war, nur dass ich mir sehnlichst eine Frau für mein Leben wünsche, und eben sie diese Frau ist. Doch trotz, dass sie nicht weiß, was mit ihr vor heute Morgen war, hat sie eine komplette Lebensgeschichte parat: Sie ist ein Jahr jünger als ich, in Göttingen geboren, und dort auch als Einzelkind aufgewachsen. Von Beruf ist sie Stewardess, arbeitet aber seit einem Jahr als Bodenpersonal einer großen Airline am Nürnberger Flughafen. Ihre Eltern, ebenfalls Einzelkinder, starben bei einem Autounfall, als sie zwanzig war, und seid vor zwei Jahren ihre letzte noch lebende Großmutter gestorben ist, hat sie keine lebenden, direkten Verwandten mehr. Sie hat drei gescheiterte Beziehungen hinter sich, lebt deshalb schon seit einiger Zeit mehr oder wenig unfreiwillig allein.

Da bei ihr in der Pubertät eine Zyste festgestellt wurde, musste ihre Gebärmutter entfernt werden, und somit wird sie nie Kinder bekommen können.

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