Egal ob real, oder nur ein Traum, egal ob ich noch normal bin, oder gerade dabei bin den Verstand zu verlieren: Ich genieße die Gegenwart dieses zauberhaften Wesens, wo immer sie auch hergekommen ist. Wie lange durfte ich so etwas nicht mehr erleben. „Sag mal, bin ich denn eigentlich dein Traummann?“ frage ich meine Gegenüber irgendwann.
Eva schaut mich nachdenklich an: „Das musst du ja wohl sein, sonst wäre ich wohl kaum hier. … Auf jeden Fall glaube ich, dass ich einen richtig guten Fang mit dir gemacht habe.“ Wieder einmal muss ich aufpassen, nicht im tiefen Blick ihrer wunderbaren, braunen Augen zu versinken. Was ist nur mit mir los? Ich kenne mich kaum wieder, bin tatsächlich wie verzaubert. Zu Mittag machen wir gemeinsam eine Pizza. Ich habe einen Fertigteich im Kühlschrank, den wir reichhaltig frisch belegen. Dabei kommen wir uns immer wieder nahe, sodass ich ihren Duft tief einatmen kann. Eva trägt kein Parfum, sondern es ist ihr eigener, wunderbarer Duft. Das herrliche Kribbeln geht gar nicht mehr weg aus meinem Bauch, sondern rutscht sogar noch eine Etage tiefer, direkt zwischen meine Beine. Schade, gefühlt viel zu schnell ist die Pizza fertig, und wir sitzen uns wieder am Esstisch gegenüber, warten, dass der Backofen seine Arbeit erledigt hat. Der Gesprächsstoff geht uns aber nicht aus, und schließlich können wir das köstliche Mahl genießen, zumal ich noch eine Flasche fruchtigen Weißwein im Kühlschrank gefunden habe. „Kann eigentlich nur ich dich sehen, oder können andere Menschen das auch?“ frage ich, nachdem ich das letzte Stück Pizza heruntergeschluckt habe.
Eva grinst mich breit an: „Natürlich können auch andere Meschen mich sehen, … schließlich heiße ich nicht Harvey, … und sehe hoffentlich auch nicht aus, wie ein großer weißer Hase.“ Es dauert ein wenig, dann erst fällt mir ein, dass sie auf den Film mit James Steward anspielt, wo er den gutmütigen Elwood Dowd gibt, dessen ständiger Begleiter ein zwei Meter großer, für jeden außer ihn unsichtbarer weißer Hase ist. Ich muss herzlich lachen, während ich sie von oben bis unten ansehe: „Nein, wie ein Häschen sieht du wirklich nicht aus, … naja, und der Rest wird sich irgendwann sicherlich zeigen.“ Irgendwie bin ich immer noch nicht davon überzeugt, dass das alles nicht nur ein wunderschöner, aber verrückter Traum ist. Sollte sie real sein? Egal. Erst einmal räumen wir den Tisch ab. Da ich keine Spülmaschine habe, waschen wir anschließend gemeinsam ab. Wieder sind wir uns nahe, und ich habe fast das Gefühl, dass die lustvolle Spannung, die unbewusst längst zwischen uns entstanden ist, fast schon zu greifen ist. Auch Eva scheint es ähnlich zu gehen, denn immer mehr sucht sie geradezu meine Nähe.
Schreck am Morgen
Meine Traumfrau
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Schreck am Morgen
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