Schroeder

112 24-38 Minuten 1 Kommentar
Schroeder

Schroeder

Darian Valberg

„Schroeder, du Verräter!“, schimpfte die Frau und musste jedoch ebenfalls schmunzeln.
Michael schaute zu der jungen Frau auf. „Keine Angst mehr, dass ich über Sie herfalle?“, fragte er neugierig.
„Schroeder hat eine viel bessere Menschenkenntnis als ich. Er würde sich nie anfassen lassen, wenn er demjenigen nicht vertraut… und schauen Sie, wie er sich an Sie ankuschelt!“
Die junge Frau hockte sich neben ihren Hund und fing ebenfalls an ihn zu streicheln.
„Warum sitzen Sie hier? Sie haben mich erschreckt!“, fragte sie Michael und schaute ihn an.
Michael erzählte ihr kurz eine Zusammenfassung der abendlichen Ereignisse und als er fertig war, sah er in ihrem Gesicht das Mitgefühl für seine unangenehme Situation.
„Sie sind Herr Bergmann, mein Nachbar!“, stellte die blonde Frau überrascht fest, „Wir sind uns leider noch nicht persönlich begegnet! Mein Name ist Fine, eigentlich Josefine, Hinrichs!“
Ein schönes, offenes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Strahlend weiße Zähne blitzten zwischen knallrot geschminkten Lippen hervor und waren selbst in der schwachen Beleuchtung durch die Lampe neben der Haustür nicht zu übersehen.
Beide schauten sich an und mussten lächeln. Es war ein angenehmer Moment. Ein Augenblick der Vertrautheit. Michael spürte, wie ihm, trotz der nassen Kleidung und der Kälte, warm wurde. Beide schauten sich länger an, als es zu erwarten gewesen wäre. Sie hatten noch nie ein Wort miteinander gewechselt und dennoch war da eine Verbindung, die mehr als angenehm war.
Als jedoch plötzlich Michaels Finger beim Streicheln des Hundes über Fines Handrücken streichelte, zuckten beide erschreckt zurück. Einen kurzen Augenblick schauten sich beide in die Augen, bevor sich jeder verlegen wegdrehte.
Fine stand auf und schaute zu Michael hinab.
„Was wollen Sie denn jetzt machen?“, fragte sie mitfühlend.
„Ich habe einen Freund, der einen Ersatzschlüssel hat.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 8941

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

leider so selten

schreibt bemo6

findet man eine Geschichte wie diese!! Sehr anregend und plastisch geschrieben. Kopfkino pur°

Gedichte auf den Leib geschrieben