Schwanhild war aber unversehrt, mit reiner, glatter Haut, einer Lockenpracht, die ihresgleichen suchte, und mit einer wunderhübschen warmen Stimme gesegnet. Schwanhilds Hals, ihre Brüste, waren ein wahres Elysium, so sie denn ein Mann zu Gesicht bekommen hätte. Dem war aber nicht so, denn Schwanhild war ja gut erzogen. Nur Imold, der Knecht, hatte sie in ihrer ganzen, erregenden Nacktheit zu sehen bekommen, als sie sich ihr Nachthemd überzog und er sie durch eine Ritze in der Holzwand dabei beobachtet hatte. Nächtelang hatte ihn, in Gedanken, ihr hübsches dunkles Dreieck zwischen den Schenkeln in den Schlaf begleitet.
Nun war die Schöne unterwegs zu einer Kirchenbank, nachdem sie sich ein paar Stunden von ihrer Leibmagd und ihrer Mutter hatte befreien können, was selten genug vorkam. Eigentlich wollte sie auf dem Markt ein paar exotische Stoffe für ein neues Kleid prüfen, aber dann hatte ihr Herz sie in die Hagia Sophia verschlagen. Schwanhild wollte nicht nur danken, sondern sie wollte auch beichten. Vor nicht allzu langer Zeit nämlich hatte sie die „Freuden der eigenen Hand“ entdeckt. In Gedanken an Kriegswirren und an Jörg, den Edelmann, an dem ihr Herz hing, war ihre Hand zwischen die Beine geglitten, an eine sehr empfindliche Stelle. Unvermittelt hatte sie damit begonnen, an sich zu spielen. Sie hatte die Schenkel geöffnet, so, wie es wohl Ehefrauen zu tun pflegen, und war mit zwei Fingern in sich eingedrungen. Das wohlige Kribbeln, das sich in ihrem Bauch ausgebreitet hatte, wollte sie nicht mehr missen, obwohl sich ihr die Aussage eines der Familie bekannten Bischofs in die Seele gebrannt hatte. Die Stelle zwischen den weiblichen Schenkeln sei derart sündig, dass sie noch nicht einmal zum Waschen berührt werden dürfe.
Schwanhild aber war jung, experimentierfreudig und voller Lebenslust und konnte das Spielen an sich nicht mehr sein lassen, Nacht für Nacht. Deshalb wollte sie sich nun entschuldigen, auf dass der Herrgott die Sünde von ihren Schultern nehme.
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