"Anita will love it" sagte Mireille in gekünsteltem Englisch. Wir bestiegen die Disneyland Railroad und liessen uns erst mal durch die verschiedenen Ländereien fahren. Im Frontierland begutachteten wir knackige Cowboyhintern, im Discoveryland liessen wir uns auf den Mond schiessen, im Fantasyland bissen wir heisshungrig in ein Brathähnchen. Geheimnisvoll zwinkerten meine drei Kolleginnen sich zu. Eine Verschwörung? "Anita – tu t’amuseras bien!" Was hatten die drei Luder mit mir vor? Ahnungslos betrat ich hinter den dreien das Revier der "Pirates of the Caribbean". Aaaah… gleich wurde mir warm ums Herz. Die vorherrschende Farbe hier war schwarz. Karibische Nacht? Von einer energisch dreinblickenden Piratenbraut wurde ich in eine bootsartige Kabine dirigiert – Véronique und Joëlle nahmen vor mir Platz, Mireille hinter mir. Neben mir war ein Sitzplatz frei. Im allerletzten Moment nahm an meiner Seite ein hühnenhaft aussehender Schwarzer Platz. Er trug die Uniform eines Bediensteten. Täuschte ich mich oder lächelten Véronique und Joëlle sich zu? Wir begaben uns auf eine atemberaubende Reise, vorbei an Inselbewohnern, buntem Getier, Pflanzen aller Art, säbelbedeckten Wänden, einem Piratengefängnis, mehreren Papageien, die an uns vorbei schielten und krächzten. Jeremy, der neben mir sass, stellte sich mit sonorer Stimme vor. Meine Härchen richteten sich auf – und nicht nur diese, wenn ich ehrlich sein soll. Liebevoll legte Mireille mir ihre Hand auf die Schulter. Mein Spaghettiträger verrutschte. Jeremy rückte etwas näher zu mir. Es war tiefschwarz in dieser Piratenhöhle; Wasser gluckerte, diesiges Licht wies uns den Weg. Über uns tobte Disneylandfun, hier unten herrschte der Inbegriff von Sinnlichkeit. Ich war hypnotisiert und liess es zu, dass Jeremy seine schwere Hand auf meinen Oberschenkel legte. War hier ein abgekartetes Spiel im Gange?
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.