Schwarz ist meine Leidenschaft. Schwarz ist mein Verderb.Schwarz ist meine tiefste Kraft. Schwarz mein Broterwerb.
Oh ja, ich liebe das Dunkle, Geheimnisvolle, die unberechenbare Kraft, die von innen kommt. Ich liebe schwarze Männer. Schwarzen Humor sowieso – obwohl ich bei einem Teil von euch erozuna-Lesern damit auf die Nase falle. Ich sterbe für Schwarzbrot. Schwarztee mag ich auch. Und, ja, falls es euch interessiert: Ich stehe auf schwarze Unterwäsche. Die Begierde nimmt mich immer dann ein, wenn ich am wenigsten damit rechne. Während einer Vorlesung. Beim Schreiben von trocken-intellektuellen Essays. Beim Betreten der Strassenbahn. Im Disneyland. Im Disneyland? Im Disneyland. Mal wieder verbrachte ich ein paar Tage berufshalber in Paris. Auch wenn mein französisch zu wünschen übrig lässt: Ich mag die Stadt. In den letzten Jahren fällt mir allerdings auf, dass die Stadt nicht mehr ganz so leichtlebig und frivol ist wie in früheren Jahren – selbst am Montmartre nicht, wo dereinst bunte Farben vorherrschten. Paint it black. Schwarz ist auf dem Vormarsch, wohl auch in den Seelen der gebückt dahingehenden Menschen an der Gare de Lion. Nach Marne-la-Vallée wurde ich von drei Kolleginnen eingeladen, die mir schon seit Tagen von "ihrem" Disneyland vorschwärmten, wohl auch mit dem Hintergedanken, mich von meiner Vorliebe für Schwarz etwas fernzuhalten. "Komm mit uns, Anita", lockten sie, "viens t’amuser avec nous…". Wir logierten im neu eröffneten "Cloudy Castle". Ein wenig wolkig, das Outfit, ein Castle eben. Von einem äusserst gut aussehenden Concierge wurden wir zum Zimmer begleitet. Es handelte sich um einen mittelgrossen Raum mit zwei King Size Beds für vier Weiber und Blick auf einen kleinen Kunstsee. Es war nicht schwer, die Gedanken des mauretanischen Concierge zu erraten. "Portez-vous bien". Er zwinkerte uns zu.
Schwarz
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