Schwarze Augen

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Schwarze Augen

Schwarze Augen

Paul Magallas

Als er in den Bus einstieg, sah er, wie über den Gang eine junge Frau zur Seite rückte, als wolle sie ihm Platz machen. Er wollte stehen. Und doch machte ihn diese Bewegung, die er im Augenwinkel sah, neugierig. Es war eine junge Frau, vielleicht Mitte Zwanzig, mit schwarzen Locken und unglaublich dunklen, ausdrucksstarken Augen. Erstaunlicherweise erwiderte sie seinen Blick. Bevor es peinlich wurde, schaute er woanders hin. Doch zog es ihn zu diesen Augen. Ein Wechselspiel von Blicken begann: auf Abstand, mit einer zunehmend erotischen Intensität. Zumindest meinte er das. Denn in seinem Untergeschoss gab es Bewegung. Im Bauch kribbelte ein Gefühl, das er seit den berühmten ‚Schmetterlingen im Bauch‘ schon lange nicht mehr erlebt hatte. Die fünfzehn Minuten bis zur Endhaltestelle vergingen im Flug, erfüllt von diesem geheimnisvollen Blickwechsel. Als alle ausstiegen, ließ er ihr den Vortritt in der stillen Hoffnung, sie würde in die gleiche U-Bahn wie er umsteigen. Schade, sie nahm die andere. Er konnte aus der Ferne sehen, wie sie einstieg und sich mit dem Rücken zu ihm ans Fenster setzte. Dann fuhr sie ab. Er blieb zurück nach dieser unerwarteten Begegnung. Er versuchte, zu sortieren, was da geschehen war und in ihm vieles in Wallung gebracht hatte. Phantasien begannen sich anzukündigen: Wer war diese Unbekannte? Ihrem Aussehen nach war sie nicht von hier. Ob er ihr wiederbegegnen könnte? Sie kam schließlich mit dem Bus aus Richtung Uni. Vielleicht studierte sie dort und nähme öfter diese Linie. Aber was wollte er von ihr? Am Ende hatte sie heißblütige Brüder, die sie vor ihm zu schützen wüssten. Die unglaublich schwarzen Augen ließen ihn nicht los.

Tatsächlich: Einige Tage später zur gleichen Zeit, als er in Gedanken versunken in den Bus stieg, war sie wieder da. Als er sie durchs Fenster erspähte, begann sein Herz zu klopfen, seine Hände wurden feucht. Er stieg ein. Als er wieder beobachtete, wie sie Platz zu machen schien, gab er sich einen Ruck und setzte sich einfach neben sie. Zwischen ihnen fiel kein Wort. Jetzt waren es keine Blicke, die einen Kontakt zu knüpfen begannen. Er spürte ihren Schenkel an seinem. Hoffentlich unbemerkt von außen, aber mit klarer Initiative seinerseits rückte er einen Tick näher an sie. Jedenfalls spürte er mehr Kontakt und mit der Zeit übertrug sich Wärme von ihr zu ihm. Er hatte das Gefühl, das sie nur durch winzige Bewegungen und Reaktionen ihrer Muskulatur ein wortloses Gespräch mit ihm begann.
Wieder endete die Fahrt viel zu schnell. Sie eilte zu ihrer, er zu seiner U-Bahn. Aber sie drehte sich dieses Mal um und schickte ihm ein freundliches Lächeln. Sie setzte sich ans Fenster in ihrer Bahn, aber jetzt in seine Richtung. So behielten sie sich im Auge, bis die Bahn im Tunnel verschwand. Ihm war aufgefallen, wie gut ihre Figur aussah. Er liebte wohlgeformte Beine, die durch enge Jeans oder Leggings modelliert wurden. Sie wirkte durchtrainiert. Ihre Hose ließ eine attraktive Hinterseite hervortreten. Zu den unglaublichen Augen kam jetzt dieser mehr als ansehnliche Anblick.

Jetzt konnte er es kaum erwarten, bis er abends wieder in den Bus steigen konnte. Einige Tage blieb sie verschwunden, dann war sie wieder da. Er setzte sich ohne lange zu zögern neben sie. Das Schenkel-Gespräch setzte sofort ein, leidenschaftlicher von beiden Seiten. Als er seine Hand von seinem linken Oberschenkel leicht in ihre Richtung verschob, kam sie ihm mit ihrer Hand entgegen. Zaghaft, vorsichtig, tastend nahmen sie Kontakt auf. Dezent nach außen, aber voller Leidenschaft, zumindest, was ihn betraf. Als sie in die Richtung ihrer Bahn ging, blieb er an ihrer Seite. Sie schaute zunächst verwundert, dann lächelte sie ihn an. Sie stiegen miteinander ein und er setzte sich jetzt ihr einfach gegenüber. Nun fand das wortlose Kennenlernen von Angesicht zu Angesicht statt. Ihm ging es wieder durch und durch. In der Hose gab es Bewegung. Es wurde enger. Sie hatte keine Scheu, ihn lange und offen anzuschauen. Das entspannte und ermutigte ihn, beim Aussteigen zu sagen: „Darf ich Sie zu einem Kaffee einladen?“ „Ja, warum nicht“, antworte sie in fließendem Deutsch mit einem sympathischen Akzent. Nun galt es, schnell eine Location zu finden. Er wusste, dass am großen Platz unten in der Stadt ein traditionelles Café war. Da konnten sie sich vielleicht ungestört niederlassen und weiter kennenlernen. Sie fanden tatsächlich einen Tisch etwas abseits. Der Trubel um sie herum störte ihn nicht. Er war ganz darauf konzentriert, die ‚Dinge voranzutreiben‘, ohne etwas zu verbocken. Anfangs herrschte noch befangenes Schweigen. Als Kaffee und ihre Kuchen kamen, zu denen er sie einladen wollte, tauten sie auf. Er war so dankbar, dass die Frau das Gespräch eröffnete. „Ich bin Ilanka“. „“Ich heiße Roland“. „Kommst du immer aus der Uni?“ „Ja, ich studiere Landwirtschaft.“ „Schon lange?“ „Ich bin schon vier Jahre in Deutschland“. „Und wo bis du geboren oder stammst du her?“ „Aus Moldawien“. Innerlich atmete er auf. Dieser Kulturkreis ließ nicht unbedingt argwöhnische Brüder vermuten, die die Schwester nicht aus den Augen lassen. „Und du?“ „Ich arbeite hier in der Verwaltung eines Tagungshauses“. „Und – macht dir die Arbeit Spaß?“ „In der Regel schon: Ich hab‘ weniger mit den Gästen zu tun, sondern kümmere mich um Zahlen, Rechnungen, Papier und das ganze Buchungs-Zeug eben“. Sie brauchten etliche Durchgänge, bis das Gespräch locker verlief und er unverkrampft und absichtslos auf sie eingehen konnte. Irgendwann erzählte er ihr, wie er sie beim ersten Mal erlebt hatte. Sie lächelte. „Ja, das war lustig. Ich weiß auch nicht: Ich sah dich an der Haltestelle stehen. Dass ich zur Seite rückte, war eher ein Reflex. Ich merkte das erst hinterher. Aber dann hatte ich dich ja schon über die Augen an der Angel!“ Wie sie das so sagte, klang eine neue Färbung in ihrer Stimme mit. Auch hatte sich etwas an ihrem Blick verändert. „Ich fand’s schön, wie wir uns nähergekommen sind“. „Viel andere Möglichkeiten gab es ja auch nicht auf diesem engen Zwei-Sitzer“. Wieder lag etwas in ihrer Stimme und Augen. „Ich fand’s schön. Ich habe mich immer darauf gefreut, wenn ich dich entdeckte. Du ziehst mich an, warum auch immer.“ „Die Gründe sind doch egal, Hauptsache dass …“. Er hatte das Gefühl, das ihn unter dem Tisch etwas berührte. Sie hatte ihr Bein zwischen seine geschoben und drückte von innen gegen seinen Unterschenkel. Er stutzte und verlor den Gesprächsfaden. Da entstand etwas Neues. Das Bein begann an der Innenseite nach oben zu wandern. Er spürte, dass es genau wusste, wo es hinwollte. Kurz darauf fühlte es sich an, als ob da jemand sich seinem Kleinen vorstellen wollte. Während er darauf konzentriert blieb, was da unter dem Tisch geschah, behielt sie ihn oben im Blick. Intensiv hielten ihre Augen ihn fest. Während sie unten mit ihm spielte, den Druck variierte, die Reibung verstärkte, verengten und weiteten sich ihre schwarzen Augen. Er hatte das Gefühl, dass sich ihm eine andere Seite, ein anderes Gesicht an Ilanka zeigte. Sie schien Lust daran zu haben, ihn dort unten immer mehr in Fahrt zu bringen. Er begann, unruhig hin und her zu rutschen. „Geht’s noch?“ fragte sie mit einem freundlich-spöttischen Unterton. „Wenn ich ehrlich bin, nicht so“. „Was machen wir denn da?“ fragte sie. Er spürte gleich, dass sie die Antwort längst wusste. „Sag’s du mir. Du hast das hier“ – er deutete nach unten – „ja ausgelöst“. „Wir sollten als erstes so schnell wie möglich hier raus“. „Alles klar, ich zahle schnell!“ Schon schoss er an die Kasse und kam mit glühendem Gesicht zurück. Ilanka hatte ihren Parka bereits angezogen und reichte ihm seinen Mantel. Ihr war anzusehen, dass auch sie es eilig hatte.

Kaum draußen, suchten sie den ersten Hauseingang, in den sie sich verziehen konnten. Er drückte Ilanka gegen die Wand. Er begann sie zu küssen. Ohne lang zu fackeln, öffnete sie ihre Höhle und gab Raum und ihre Zunge frei. Sie brauchten sich nicht lange abzutasten. Leidenschaftlich begann die Zungen umeinander zu tanzen. Ihre Hände waren unterwegs. Er suchte ihre Brüste zu ertasten. Als das durch den Parka zu schwierig war, öffnete sie die oberen Knöpfe und zog ihn hinein. Er spürte feste Brüste und Warzen, die sich schon entgegen drängten. Er streichelte, knetete und wollte noch näher. Er schlüpfte unter ihren Rolli, zog am Shirt, um auf kürzestem Weg an ihre Haut und Ort und Stelle zu kommen. Die andere Hand war ihrer Hüfte und den Beinen entlang- gefahren. Er konnte es kaum erwarten, sich nicht nur optisch an dem aufzugeilen, was darin so verlockend modelliert war. Als er begann, an ihrem Hosenverschluss zu nesteln, keuchte sie. „Warte, das heben wir uns für nachher auf. Mir ist es hier zu kalt und öffentlich. Komm, wir gehen zu mir auf’s Zimmer!“ Sie strich sich die Kleider glatt, fasste seine Hand und zog ihn hinter sich her. Beinahe im Laufschritt flitzten sie durch die Straßen, in ein altes Stadthaus und dann das Treppenhaus hoch bis ins Dachgeschoss. Ilanka war so erregt, dass sie einige Zeit brauchte, bis sie den Schlüssel ins Schloss brachte. Kaum drinnen rannten sie durch die Wohnung in ihr Zimmer. Sie warf die Tür hinter ihnen ins Schloss. Dann holten sie erst einmal Luft.

Es war gut, wieder runterzukommen. Er schaute sich um. Gemütlich und geschmackvoll sah es aus. Der bunte Wandbehang gab dem Zimmer ein besonderes Flair. Er sah die Matratze am Boden. Daneben Stapel von Büchern. Ilanka knipste eine kleine Lampe an. Sofort änderte sich die Atmosphäre. Erst jetzt bemerkte er, dass die Vorhänge noch gar nicht geöffnet waren. Sie zündete eine Kerze an und irgendetwas, was ihn an Räucherkerzen erinnerte. Dann zog sie in aller Gemütsruhe Parka, Schuhe und Strümpfe aus. Barfuß stand sie vor ihm und strahlte ihn an. „Willkommen in meiner Höhle, mein Roland!“. Dabei fuhr sie ihm mit beiden Händen über die Haare und seinen Kopf. „Fühle dich wie zuhause bei mir!“ Sie nahm ihm den Mantel ab. Als sie an seine Schuhe gehen wollte, wehrte er ab. „Lass mal, das kann ich gut selbst.“ Er bückte sich, knüpfte die Bändel auf und tat es ihr nach. Sie strich ihm über den Rücken, als er sich bückte. Dann stand auch er barfuß auf einem flauschigen Teppich.
Sie nahmen sich in den Arm, drückten sich. Es brauchte nicht lange und die hitzige Leidenschaft kehrte zurück. Ilanka fackelte nicht lange und zog sich Rolli und Shirt über den Kopf. Er konnte die Augen nicht von ihren Brüsten und ihrer Haut im Bronze-Ton wenden. Er knöpfte sein Hemd auf. Das ging ihr zu langsam. So half sie ihm und zerrte alles ungeduldig aus der Hose. „Bist du schön!“ entfuhr es ihm. „Ebenfalls“ flüsterte sie, während sie sich schon an seiner Hose zu schaffen machte. Flink und kundig befreite sie ihn von allem und schob es nach unten. Schon stand er splitternackt vor ihr und trat aus der herabgelassenen Hose. „Du aber auch …“ seufzte er und räumte bei ihr aus dem Weg, was zwischen ihnen stand. „Komm unter meine Decke“. Schnell schlüpften sie unter die Decke, die über der Matratze lag. Sie war ähnlich bunt wie der Wandbehang und wirkte wie ein Gruß aus einer anderen Kultur. Doch zum langen Bestaunen ließ sie ihm keine Zeit. Sie drängte ihren Körper an seinen.
Wie heiß sie war. Er spürte, wie jede Pore auf ihre Nähe und Berührung reagierte. Dann machte sie flugs kehrt und drehte sich um. Sie ließ ihren Schoß auf seinen Mund sinken. Wie sie roch! Seine Zunge begann sie zu lecken und zu saugen, immer wieder in das feuchte Dunkel vorzustoßen. Ilankas Mund hatte sich über seinen senkrecht stehenden Schwanz gestülpt. Sie leckte entlang und nahm die Spitze immer wieder tief in den Mund. Sie saugte an ihm und bearbeite gleichzeitig seine Bälle. Als sie merkte, wie schnell sich etwas in seinem Schwanz aufstaute, hielt sie inne, verkleinerte die Bewegungen. Mit sanften Fingerspitzen verwöhnte sie weiter, immer darauf bedacht, dass er nicht zu früh kam. Ihm lief inzwischen Feuchtigkeit übers Gesicht: Speichel, der aus seinem Mund troff, hatte sich mit allem vermischt, was ihm aus ihr entgegenkam. Ihre Hände wanderten am anderen entlang. Sie drehte sich um um und rieb sich mit ganzer Körperfläche an ihm, um sich dann auf ihn zu legen. Dann setzte sie sich auf und bugsierte seinen strammen Schwanz in ihre Grotte. Sie bewegte ihre Hüfte und molk ihn mit ihren Scheidenmuskeln. Er griff nach ihren Brüsten. „Kneif mich!“ hauchte sie ihm zu und er griff beherzt zu: Hemmungslos und rasend geworden durch das, was sie mit ihm anstellte. Wieder behielt sie die Kontrolle, reduzierte das Tempo. Dann baute sich die nächste Welle auf. Zu seiner großen Überraschung kam sie vor ihm. Sie schaffte es, ihn steif zu halten und ein Happy-ending weiter hinauszuzögern. „Magst du mich in den Mund ficken?“ Ohne lange auf seine Antwort zu warten, hatte sie ihren Mund schon über seinem Schwanz. Er bewegte sich ungebremst darin. Sie kraulte seine Bälle, fuhr über den Damm an seinen Hintereingang. Sie leckte ihren Finger nass und begann ungeduldig an seiner Rosette nach Einlass zu suchen. Er fickte sie nach Herzenslust – in den Mund. Dann kam auch er – heftig wie selten. Seine Milch schoss in ihre Mundhöhle, troff heraus und lief ihr übers Kinn. Das störte sie nicht. Im Gegenteil. Was immer sie mit den Fingern auftupfen konnte, leckte sie auf. Schweißnass ließen sie sich schließlich auf die Matratze sinken. Die Decke hatten sie längst fort gestrampelt. Lange sagten sie nichts. Er und sie hingen dem nach, was gewesen war. Die Wellen klangen aus und nach. Schließlich wandte er sich zu Ilanka. Er versank wieder in der unerschöpflichen Tiefe dieser schwarzen Augen.

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