Schwedisches Dessert

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Schwedisches Dessert

Schwedisches Dessert

Paul Magallas

Längst ging sein Kopf-Kino in Verlängerung. In der Hose wurde es eng. Als die anderen loszogen, blieb er sitzen: „Ich bin heute genug gelaufen. Ich bleib noch etwas hier!“
Der Gastraum hatte sich geleert. Außer ihm waren nur noch ein paar Einheimische am Stammtisch. Er beobachtete sie wieder. Schließlich stand er auf und schlenderte Richtung Tresen.
„Hey, schöner Mann, noch ein Dessert?“
„Warum nicht, was gibt’s denn so?“
„Da, schau, auf der Tafel steht’s.“ Er tat so, als ob er das Angebot studieren würde.
„Und, was gefunden?“, fragte sie nach einer Weile.
„Nicht so recht. Ich hätte tierisch Lust auf etwas, das da nicht draufsteht.“
„Und das wäre?“
„Dich lecken und ficken!“
Bist du wahnsinnig, geht’s noch?, brüllte es in ihm. Wie kannst du deine Phantasie einfach so ausplaudern?!
Sie schaute ihn an und blickte dabei tief in seine Augen. „Okay, sagen wir um 14.00 Uhr am Hafen beim Ableger.“ Damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet. Keine Empörung, kein Protest über diese so unverschämt direkte Anmache. Was mag ihr durch den Kopf gegangen sein? Sollte das wirklich wahr sein, dass sie auf seine Ansage tatsächlich einging?
Jetzt war es 13.21 Uhr. Er hatte also noch einige Zeit. Mit einem kurzen Gruß verabschiedete er sich: „Also bis gleich am Hafen.“
Die Minuten zogen sich, in ihm liefen Gefühle und körperliche Empfindungen Amok. Ihm war heiß und kalt. Es prickelte am ganzen Körper und ganz besonders in seinem kleinen Freund, der keine Ruhe geben wollte. Er lief in unterschiedliche Richtungen, nur um die Zeit zu überbrücken. Reichlich vor der Zeit fand er sich am Ableger am Hafen ein.
Punkt 14.00 Uhr kam sie um die Ecke. Er erkannte wieder die schwarzen Stiefeletten und ihre Kurzhaarfigur. Sie trug jetzt einen beigen Trenchcoat. Ohne Eile und doch zielgerichtet kam sie auf ihn zu.

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