In „Bon Appétit!“, der Feinschmeckerzeitung, war unter den 10 empfohlenen Adressen Göteborgs auch das Fisch-Lokal auf der Insel empfohlen worden. Von zwei Fischer-Töchtern geführt, bot es ausgefallene Kreationen und der Fischertradition verbundene Speisen. Man durfte also gespannt sein.
Das Gebäude hatte von außen wirklich etwas von einem niedrigen, alten Fischer-Schuppen. Ein großer, spärlich besetzter Außenbereich – gut, sie waren jetzt auch im Oktober on tour. Sie öffneten die schwere Tür und standen in der großen Wirtsstube. Tische unterschiedlicher Größe, Einheimische, die sich entspannt unterhielten. Schlichtheit und doch auch mit allerlei Chrom erzeugte Eleganz bestimmten die Atmosphäre.
Er stand am Rand, um sich einfach einmal umzuschauen und auf diesen Raum einzulassen. Der Thekenbereich zog sofort alle Aufmerksamkeit auf sich: Gläser an der Decke, Schwarz und eine chromfarbene Zapfanlage, unterschiedliche Spirituosen brachten Farbe ins Bild. Aber vor allem: Hinter dem Tresen stand eine Frau, die ihn sofort fesselte: Blonde Kurzhaarfrisur. Auch ihre Kleidung war ‚kurz‘: Im reizvollen Kontrast zur Haarfarbe trug sie ein sehr körperbetontes, sehr kurzes schwarzes Strickkleid. Ihre wohlgeformten Beine steckten in schwarzen Stiefeletten. Sein Blick saugte sich fest. Er schaute ihr zu, wie sie hinter dem Ausschank hantierte, hierhin und dorthin plauderte. Er sah ihr nur zu gerne zu, wie sie Speisen auftischte, kassierte und Tische abräumte.
Die Gruppe wollte jetzt essen. Danach waren noch einmal Stunden frei bis zur Rückfahrt der Fähre um 17.00 Uhr.
Der gewählte Fisch schmeckte tatsächlich vorzüglich. Als sie an ihren Tisch kam, um auf- und abzudecken, zu kassieren und Tipps zu geben, versuchte er zu verbergen, was in ihm loderte. Er konnte sich an dieser Frau nicht sattsehen.
Schwedisches Dessert
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Schwedisches Dessert
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