Die Fechterin schien sich für die zweite Variante entschieden zu haben, denn sie nahm den Faden wieder auf. „So, so, ich gefalle ihnen also“. „Ich bin übrigens Ramona“ „Ich bin Tom“. „Na dann hätten wir das schon einmal geklärt. Wenn du nicht so sympathisch rüberkämst, würde ich sagen: Der Alte hat ‚nen Schuss und macht junge Frauen dumm an. Aber, ja: Du gefällst mir auch“. Bis jetzt waren sie immer noch an der Haltestelle gestanden. „Hast du Lust, wir könnten zusammen dort hinten noch etwas in den Park gehen. Die Temperaturen sind ja danach. Der frühsommerlichen Abendstimmung war sicher zu verdanken, dass sie außer Mini, Ringel-Shirt und einer leichten Jacke nichts trug. Tom kam sich neben ihr in ihrer Jugend und mit dem geschulterten Holz-Schwert schon etwas wie der ‚Ritter von der traurigen Gestalt‘ vor. Da war es nur gut, dass Ramona ab jetzt die Regie übernahm.
„Ich kenne ein nettes Flecken dort hinten. Da ist man für sich und ungestört“. Worauf wollte sie hinaus?
Als sie dort waren, zog Ramona die Jacke aus, warf sie auf’s Gras und ließ sich darauf fallen. „Komme, setzt dich zu mir“. Schneller als gedacht saß Tom neben ihr. Dann drehte sie sich mit ihrem offenen Gesicht zu ihm und fragte „Hast du eigentlich auch ein Schwert?“ „Früher als Junge vielleicht. Aber heute, nein wie kommst du darauf?“ „Ich dachte eigentlich an eine andere Art Schwert. Ihr Blick signalisierte überdeutlich, in welche Richtung Ramona dachte. „Ist deines ein Kurz- oder Langschwert?“ Allmählich dämmerte Tom, worauf sie anspielte. „Je nachdem. Du kannst es ja herausfinden!“.
Ritterspiele
schreibt Thunders