Was würde passieren wenn es zu neuen Eskapaden käme, was wenn er mir dabei drauf kommt?
Ich nutzte die Tage an Bord, neben den normalen Bordvergnügen die ich mit Sebastian besuchte, dafür, weiter an meinen „Sex-Memoiren“ zu arbeiten, so nannte ich die Teile aus der wildbewegten Vor-Sebastian-Ära. Ich glaube heute, dass das Teile meiner Therapieversuche waren. Sie entlasteten mich auch durchaus, zumindest kurzzeitig.
Sebastian war wenig neugierig, was ich da wohl trieb. Als er einmal danach fragte, war er mit der Antwort ‚Schulungsunterlagen für die innerbetriebliche Weiterbildung im Krankenhaus‘ zufrieden.
Ja, auf dem Kreuzfahrer hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Stundenlang konnte ich auf dem Balkon sitzen und auf das Wasser starren. Für Basti sah das so aus als ob ich mich sonnte, aber eigentlich dachte ich permanent über das alte „rein-raus-Spiel“ nach und woher meine Gier danach kam, ob ich das irgendwie abstellen wollte? Ob ich das Abstellen konnte? Das waren so meine Gedanken.
Woher kam diese Gier nach Sex? Durch erlebten guten Sex? Vermutlich nicht. Der Sex war nicht die Droge, sondern mein Wesen der Drogendealer und ich der Junkie. Zu diesem Schluss war ich mittlerweile gekommen.
Mir fiel dazu die Geschichte mit Ben ein. Ein „one night stand“ der entgegen aller Wahrscheinlichkeiten von Anfang bis Ende sensationell war. Das ist mir weder vorher noch hinterher jemals wieder gelungen. Viele ONS’s waren einfach Triebabfuhr zwischen zwei nicht sonderlich aufeinander ein- und abgestimmten Kopulationswilligen, zuweilen auch mit Komplikationen verbunden. Kann man machen, muss man aber nicht ...
Wann war das doch gleich mit dem Ben? Das würde ich zu Hause gleich nachschlagen …
Ich war mitten im Medizin-Studium, also muss das so 2002/2004 gewesen sein.
Einige Tage später wieder zu Hause schlug ich tatsächlich nach.
„Samstag, den 6. Dezember 2003
Gestern Abend Ben kennengelernt.
Habe ich Mr. Right verpasst???“
Das war alles? Mehr hatte ich nicht geschrieben? Unfassbar! Dabei konnte ich den ganzen Film noch ablaufen lassen, als ob er vor drei Monaten gedreht worden wäre ...
... Das Studium forderte mich ziemlich, ich war keine Überfliegerin und musste auch noch jobben um mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Jedenfalls hatte ich keine Zeit für Partnerschaft oder so’nen Gedöns. Aber ich brauchte es auch ab und an. Immer nur die Musch selbst füttern, war irgendwie auch keine Lösung.
Meine Aufrisse machte ich gewöhnlich im „Jamie’s“, oder hieß der Club „James“? Ich weiß das schon gar nicht mehr so genau.
Das Abschleppen war auch nicht schwer, denn ich war 27 und nicht unansehnlich. Die Frage war ja immer eher, findet sich für Frau fickbares Material oder nicht? Ich habe ja nicht jeden mitgehen lassen, - ja mitgehen lassen, denn das erschien mir besser und kontrollierbarer als wildfremde Wohnungen aufzusuchen.
Sechzehnte Geschichte … die, in der ich Sebastian den Blasehasen gab
Svenjas Tagebücher
44 12-20 Minuten 2 Kommentare
Sechzehnte Geschichte … die, in der ich Sebastian den Blasehasen gab
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Erotisch und voller Herz
schreibt Solidus
Schönes Tagebuch
schreibt PKH
Ich mag ihre Geschichten sehr. Sie haben einen wunderbaren Schreibstil und sind auch bei den erotischen Darstellungen nicht zu krass. Gefällt mir. Ist es wirklich Ihr Tagebuch? Dann gratuliere ich Ihnen zu Ihren sexuellen Erfahrungen und Ihrem Verlangen. Schade, dass Sie es offensichtlich nicht geschafft haben mit Sebastian über ihre Bedürfnisse zu reden. Ich kann das aber nachfühlen, denn in meiner Beziehung ist es auch schwierig über die sexuellen Wünsche tz reden. Schade. Ich bin auf das ende gespannt. Dauert es noch lange. Gruß PKH