Sein Bild von mir

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Chloé d'Aubigné

„Wie lange dauert das?“, fragte ich wenig später. Und musste mir eingestehen, dass still Sitzen und Schweigen nicht meine Stärken waren.
„Das hier?“ Er sah auf das Blatt, dann wieder zu mir. „Nicht lange.“
„Und das andere?“
Er legte den Stift beiseite.
„Das kommt darauf an“, sagte er.
Ich hielt seinem Blick stand, länger, als ich es sonst getan hätte. Es war kein Spiel mehr. Oder vielleicht gerade erst eines geworden.
„Wenn du bleiben willst, kann es lange dauern“, sagte er. Wie selbstverständlich hatte er zum Du gewechselt.
Ich nickte, auch wenn dies keine adäquate Antwort auf diese Frage war.
Dann legte er seine Hand an meine Hüfte. Er zog mich ein kleines Stück näher. Gerade genug, dass ich seinen Körper spürte. Die Wärme, den Druck, die eindeutige Absicht darin.
Ich hätte zurückweichen können. Aber ich tat es nicht. Stattdessen legte ich meine Hand an seine Brust, zuerst leicht, fast prüfend. Ich spürte seinen Atem unter meiner Handfläche, gleichmäßig, ruhig, als hätte er mehr Geduld als ich.
„Ist das auch noch Teil deiner Arbeit?“, fragte ich.
„Ja“, sagte er leise. „Der wichtigste Teil.“
Seine Finger glitten von meiner Hüfte nach hinten, hielten mich jetzt fester. Nicht grob, aber so, dass kein Zweifel blieb.
Ich spürte, wie mein eigener Atem sich veränderte.
„Dann zeig ihn mir“, sagte ich.
Er antwortete nicht. Stattdessen küsste er mich. Nicht hastig. Eher, als würde er etwas fortsetzen, das er längst begonnen hatte. Seine Hand in meinem Rücken zog mich näher, mein Körper reagierte schneller als mein Kopf, fand seinen Platz, als hätte er ihn schon gekannt. Sein Kuss war so ruhig, fast bedacht, und genau darin lag etwas, das mich schneller erfasste als jede Ungeduld es gekonnt hätte.
Seine Lippen lösten sich nur kurz von meinen, gerade lange genug, um mich anzusehen, als würde er prüfen, ich dies wirklich wollte.

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