Sein Bild von mir

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Chloé d'Aubigné

Ich antwortete nicht. Doch ich trat näher. Der Abstand zwischen uns verschwand endgültig, und mit ihm der letzte Rest von Zögern. Meine Hände waren nun viel zielstrebiger. Ich spürte seinen Körper unter dem Stoff der Kleidung und die Hitze, die er ausstrahlte.
Er zog mich mit einer langsamen, bestimmten Bewegung mit sich. Erst da bemerkte ich die schmale Liege am Rand des Raumes.
„Hier“, sagte er leise.
Ich setzte mich, ohne den Blick von ihm zu lösen.
Für einen Moment geschah nichts. Er stand vor mir, sah mich an, und ich hatte das seltsame Gefühl, dass er mich wirklich sah. So, wie ich war. Nicht so, wie ich immer scheinen wollte.
Dann kniete er sich vor mich. Seine Hände lagen an meinen Knien. Langsam schob er den Stoff meines Kleides ein Stück nach oben. Nicht hastig. Nicht fordernd. Als würde er mich fragen, ohne Worte.
Ich ließ es zu. Meine Hände glitten wie von selbst in sein Haar, um mich zu vergewissern, dass er wirklich da war. Dass das hier geschah und nicht nur gedacht wurde.
Sein Blick hob sich kurz, traf meinen. Sah, dass ich einverstanden war. Dass ich mehr wollte. Dann senkte er ihn wieder.

Die erste Berührung seiner Finger an meinem Schenkel war kaum mehr als ein Streifen über meine Haut – und gerade deshalb traf sie mich unvorbereitet.
„Du beobachtest noch. Entspann dich. Du bist sicher hier. Du bist meine Muse, ich passe auf dich auf“, murmelte er leise.
Ich schloss für einen Moment die Augen. Und obwohl ich es nicht sah, konnte ich sein Lächeln spüren.
Seine Hände wurden sicherer, vertrauter in einer Weise, die mich gleichzeitig beruhigte und beunruhigte. Als hätte er diesen Weg schon oft genommen – und als wäre ich dennoch kein Zufall darin. Oder als wüsste er genau, was ich wollte. Was mir gefiel. Weil wir eine magische Verbindung hatten. Meister und Muse.

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