Sie hält das Buch mit einer Hand, die andere ruht auf ihrem Knie, und ihre Finger bewegen sich unmerklich, spielen mit dem Saum ihres Kleides, irgendwo zwischen Gewohnheit und Spannung. Ich beobachte ihre Lippen, wie sie sich um die Silben schließen, den feinen Glanz auf ihrer Unterlippe. Mein Blick schweift zu ihrem Hals, zu ihrem Ausschnitt – und ich ertappe mich dabei, dass ich mir vorstelle, sie würde all das Gesprochene erleben.
„Und?“, fragt sie schließlich und holt mit damit in die Realität zurück.
Ich nicke – da ich nicht weiß, was ich sagen soll.
Sie schließt das Buch mit einem leisen Geräusch. „Spürst du es? Die Worte, wie sie unter die Haut gehen?“
Ich nicke erneut. Meine Stimme würde mir jetzt ohnehin nicht gehorchen. Und Worte fände ich ohnehin keine.
Ihr Blick ruht weiterhin auf mir – wartend.
„Ja“, bringe ich schließlich nach einigen Sekunden hervor, kaum hörbar. „Es ist … mächtig.“
Sie lehnt sich vor, ihre Hand legt sich auf mein Knie – ganz klar absichtlich. Warm, schwer. „Mächtig wie eine Berührung.“ Ihre Finger gleiten ein Stück höher, zeichnen Kreise auf meinem Oberschenkel. Ich atme scharf ein, bewege mich nicht weg. Stattdessen spreize ich die Beine minimal, ein stummes Ja.
„Du bist neugierig“, flüstert sie. „Das gefällt mir. Lass mich dir zeigen, wie Poesie zum Leben erwachen kann.“
Sie steht auf, zieht mich hoch, führt mich in einen Hinterraum – wahrscheinlich ihr Privatheiligtum, voller seltener Bücherbände und mit einem altmodischen, aber bequem aussehenden Ledersofa. Die Tür fällt ins Schloss, der Alltag wird ausgeschlossen.
„Zieh das aus“, sagt sie leise, deutet auf meinen Oberkörper. Es ist kein Befehl, sondern eine Einladung. Meine Hände zittern, als ich dieser folge. Erst ziehe ich das Shirt aus. Dann den BH. Nackt bis zur Hüfte stehe ich da, unsicher, erregt.
Seiten voller Geheimnisse
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