Seiten voller Geheimnisse

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Seiten voller Geheimnisse

Seiten voller Geheimnisse

Chloé d'Aubigné

Ich kämpfe gegen den Impuls, meine Brüste mit meinen Händen zu bedecken. Denn ich will, dass sie sie sieht. Dass sie mich sieht. Daher lasse ich meine Hände bewusst hängen und blicke sie an. Ihre Augen wandern über mich, bewundernd, zumindest hoffe ich das.
„Schön. Jung. Noch unberührt von der Zeit“, sagt sie sichtlich beeindruckt. Und klar erregt.
Sie schiebt mich aufs Sofa, in welches ich einsinke, und mein Rock rutscht ein Stück nach oben.
Kurz blickt sie sich um, geht dann zu einem Regal, greift nach einem Buch – Verlaine, Poèmes saturniens. Dann kommt sie wieder zu mir, kniet sich zwischen meine Beine. Doch statt mich zu berühren, verharrt sie kurz ruhig dort und öffnet schließlich das Buch.  
„Während ich lese, berühre ich dich. “
Dies ist keine Frage. Dennoch nicke ich, wie hypnotisiert.
„Lass die Worte in dich sickern“, sagt sie, und ihre Stimme hat diesen dunklen Schimmer, der mir durch den Bauch fährt. Sie schlägt eine Seite auf, die Finger noch zwischen den Zeilen, und beginnt vorzulesen. Mein Französisch ist leider nicht besonders gut – aber dennoch ich verstehe jedes Wort. Weil ich es nicht nur lexikalisch definieren, sondern auch wirklich fühlen kann.
Gleichzeitig gleiten ihre freien Finger unter meinen Rock. Berühren die empfindliche Haut auf der Innenseite meiner Schenkel, drücken diese noch etwas weiter auseinander, sodass sie besser zu meinem Slip gelangen können. Diesen schieben sie beiseite, ganz langsam und sanft. Ihre Fingerspitzen streifen meine Schamlippen – ganz sanft, nur der Hauch einer Berührung.
Kurz hält sie inne, sieht mich an. Sieht, dass ich mehr will – und dass ich genau das will, was jetzt kommen wird.
Während sie mit unerschütterlicher Stimme weiterliest, die Worte zum Leben erweckt, teilen ihre Finger gekonnt meine Schamlippen, finden endlich meine Wärme, meine Feuchtigkeit.

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