Es fällt mir schwer, mich auf ihre Worte zu konzentrieren – und doch lassen sie mich nicht los. Halten mich in der Realität.
Ein leiser Laut entwischt mir, irgendetwas zwischen Stöhnen und Atmen, und fügt sich harmonisch in die französischen Verse ein.
Ihre Berührung ist präzise. Sie weiß genau, was sie tut. Und wie sie mir Lust bereiten kann: federleicht zuerst, kreisend um meine Klitoris, knapp daneben, dann direkt darauf, als wolle sie, dass ich genau lerne, wie sich der Unterschied anfühlt. Und als solle ich verstehen, dass sie meinen Körper fast besser kennt als ich ihn.
Mittlerweile ist es auch mein Körper, der ihr antwortet, nicht mehr meine Stimme, nicht mehr mein Verstand. So kippt mein Becken ein wenig, kommt ihr noch mehr entgegen und sucht den Druck. Sie nimmt diese Einladung an, lässt einen Finger tiefer wandern, tastend, dann gleitet er in mich hinein, langsam, so als würde sie jede Millimeter-Reaktion sammeln. Er krümmt sich, findet den Punkt, gibt mir erneut zu verstehen, dass sie weiß, was sie tut. Und dass sie all dies kann, während sie weiterhin bühnenreif Gedichte vorliest.
„Spürst du die Poesie?“, murmelt sie gegen meinen Bauch, ihre Lippen streifen meine Haut, warm und trocken, artikulieren immer noch Worte und liebkosen mich doch gleichzeitig. „Sie pulsiert wie du.“ Die Worte verwandeln sich auf meiner Haut in Berührungen, bringen mich zum Schwingen – und plötzlich ist mein Körper das Gedicht. Ich nicke nur, unfähig zu sprechen, meine Hände greifen wie von selbst in ihr Haar, finden Halt, ziehen sie näher.
Sie liest weiter, die Sätze gleiten über meine Haut wie eine zweite Hand. Dann sinkt ihr Mund tiefer, schiebt den Stoff meines Rocks hoch, bis die Luft an mir kühler wird. Ihre Zunge ersetzt die Finger, warm, feucht, entschlossen.
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