Seiten voller Geheimnisse

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Seiten voller Geheimnisse

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Chloé d'Aubigné

Ein erster, flacher Strich über meine Klitoris, dann ein geschlossener Kuss, saugend, als wolle sie jedes Zittern in sich aufnehmen. Sie kennt jeden Rhythmus – oder lernt ihn im nächsten Atemzug – wechselt Tempo, spürt, wann meine Bewegungen ihr gegenüber zu schnell werden, nimmt Druck weg, nur um ihn im richtigen Moment wieder zu verstärken.
Der Orgasmus baut sich langsam, aber unerbittlich in mir auf. Erst wie ein Flimmern, dann wie eine Welle, die von tief unten kommt. Ihre freie Hand liegt nun auf meiner Brust, knetet sie, nimmt meine Brustwarze zwischen Finger und Daumen, zwirbelt sie, gerade so, dass Schmerz und Lust ununterscheidbar werden.
„Komm, komm mit den Worten“, flüstert sie zwischen zwei Versen, so leise, dass nur ich es höre. „Komm für die Schönheit der Poesie.“
Etwas in mir gibt nach. Mein Körper spannt sich, als würde jemand einen unsichtbaren Faden anziehen; der Orgasmus kommt wie ein Riss durch meine Mitte – ein Zittern, das im Bauch explodiert, sich in Wellen durch Arme, Beine, Finger jagt. Ein Stöhnen, rau und ungeschönt, bricht aus mir, kippt am Ende in ein Schluchzen, das mich selbst überrascht. Sie hört nicht auf, ihre Zunge leckt mich durch den Höhepunkt, nimmt jede Nachbeben-Welle mit, bis ich nur noch bebend daliege, verschwitzt, offen, weit.
Erst als mein Atem sich wieder fängt, löst sie sich von mir, streicht meinen Rock sachte nach unten, als wolle sie mich wieder zusammenfalten. Aber sie ist noch nicht fertig. Mit einer ruhigen, fast zeremoniellen Bewegung richtet sie sich auf, zieht ihr Kleid über den Kopf.
Nackt ist sie atemberaubend: volle Brüste, die immer noch schön stehen und sich im Takt ihres Atems heben und senken, ein weicher Bauch, Rundungen, die sie wie eine altgriechische Gottheit erschienen lassen.

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