Selinas Dilemma

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Selinas Dilemma

Selinas Dilemma

Anita Isiris

Lara, Selinas beste Freundin, lieh der jungen Frau einen Partydress. Ein knallenges, gelbes Kleid mit einem unangemessen großen Ausschnitt, schwarze Strümpfe und ein feines Goldkettchen.
„Untendrunter trägt man nichts“, klärte Lara, die denselben Ausbildungskurs wie Selina besuchte, ihre etwas irritierte Freundin auf. „Slip und BH würden auftragen, und das ist viel anzüglicher und obszöner, als wenn man untendrunter nackt ist. Pass einfach auf, wie du dich hinsetzt, bemerkte Lara lachend und freute sich, zu sehen, wie Selina sich vor dem Ganzkörperspiegel in den Hüften wiegte und sich um die eigene Achse drehte.
„Bin das wirklich… ich?“, fragte Selina leise und richtete ihr Haar.
„Das bist du, ganz und gar. Schau, ich trage dasselbe Kleid wie du, aber in grün.“
Im selben Moment zog sich Lara splitternackt aus und zwängte sich ebenfalls in einen Partydress. Ihre Brüste waren wesentlich größer als die von Selina, und sie bekundete einige Mühe damit, sie im Kleid so zu verstauen, dass ihre Nippel nicht sichtbar waren. Dann standen sich die beiden jungen Frauen lachend gegenüber.
Der Sicherheit halber nahm Selina ihr Kleid nicht mit nach Hause. Sie ließ es in Laras Schlafzimmer, kleidete sich eilends um und verabschiedete sich von ihrer Freundin, um vor dem Abendessen ihrer Mutter noch ein wenig zur Hand zu gehen. Es war Donnerstagabend, die Party sollte am Freitagabend stattfinden.
„Donnerwetter“, sagte Laras Vater, als die beiden jungen Frauen sich, in voller Partymontur, in der großen, gefliesten Küche sehen ließen. „Donnerwetter.“ Er hatte Augen wie geplatzte Weihnachtskugeln, was für Selina ungewohnt war. Klar hatte sie, wie jede Frau, auch schon Männerblicke auf ihrem Körper erdulden müssen, etwa von Lehrern. Aber sie war ja immer korrekt angezogen, was ihr eine gewisse Sicherheit gab.

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