Jetzt, mit ihrem von dünnem Stoff bedeckten Körper, fühlte sie sich schutzlos, und Selina war froh, trug doch Lara dasselbe Kleid wie sie. So konnte sie ihre Scham gedanklich mit Lara ein bisschen teilen. Lara schien das verführerische Outfit überhaupt nichts auszumachen. Lachend schwenkte sie ihren Po. Selina setzte sich an den Küchentisch, um möglichst viel von sich zu verbergen, aber kurz darauf war es so weit, und der Chauffeur des Uber-Taxis klingelte an der Haustür.
„Macht’s gut, ihr beiden.“ Laras Vater gab seiner Tochter einen Klaps auf den Po und verabschiedete sich in sein Arbeitszimmer.
Auch der Uber-Chauffeur machte keinen Hehl daraus, was die beiden jungen Frauen, die Gelbe und die Grüne, in ihm auslösten. Er war Moslem, erst seit Kurzem in der Schweiz und konnte es noch immer nicht fassen, wie viel die Frauen hier von sich preisgaben. Für Selina war aber das Schlimmste überstanden; sie hatte den Blicken von Laras Vater getrotzt und die Blicke des Uber-Taxifahrers ignoriert.
Langsam bewegten sich die beiden Partygängerinnen durch den Park. Lara hatte in ihren High Heels offenbar keine allzu große Übung, Selina trug flache, glänzende schwarze Schuhe und hatte somit eine ganz andere Trittsicherheit als ihre Freundin, die unbeholfen über den Kiespfad wankte.
Da kam ihnen auch schon Lorena entgegen, neben sich einen Hünen von einem Mann.
„Kann ich helfen?“, lachte er, hob Lara ohne ein weiteres Wort hoch und setzte sie sich auf die Schultern. Für einen kurzen Moment ließ Lara bei diesem Manöver ihre nackte Mumu blitzen, aber das bekamen nur die schmunzelnde Lorena und die zutiefst verlegene Selina mit.
Wenig später fanden sich alle an der Bar wieder, wo nebst kleinen Apéro-Häppchen Apérol Sprizz und fantasievolle, farbige Drinks ausgegeben wurden.
Selinas Dilemma
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