Selinas Dilemma

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Selinas Dilemma

Selinas Dilemma

Anita Isiris

Dann schob er sich dicht an sie und küsste ihren Hals, knabberte an ihrem Ohrläppchen, was sich für Selina seltsam vertraut anfühlte. Sie war weit entfernt davon, Jon abzuwehren und war nun in einer ganz anderen Stimmung als vorhin draußen auf der nineties-dancetrack-Plattform. Selina begehrte Nähe, wusste aber bloß noch nicht, wie viel sie wirklich zulassen konnte. Aber das Feuerchen zwischen ihren Beinen hatte sich zu einem veritablen Brand entfacht.
„Ich glaube, sie ist so weit“, flüsterte Jon zu Lara, Selinas Freundin.
Und, wieder an Selina gewandt: „Komm, wir gehen.“
Noch während Jon Selina stützte, damit sie sich besser orientieren konnte, flößte er ihr ein viertes Glas Black Oban ein, das Selina bis zum letzten Rest leerte.
Dicht von Lara gefolgt, betraten Selina und Jon ein Kellergewölbe. Es war angenehm kühl, und aus einem Seitenraum war meditative Musik zu vernehmen.
„Der zweite DJ“, erklärte Lara, und wie aus dem Nichts tauchte die weiß gekleidete Lorena auf. Sie wirkte wie eine griechische Göttin mit ihren schwarzen Locken und mit ihren Armreifen. Lächelnd nahm sie Selinas Handgelenk und führte sie in einen angenehm beheizten Raum.
Er war mit Holz verkleidet, und um eine Liege herum saßen zwölf Männer im Schneidersitz. Selina zögerte. Da war aber Lara, eine ihrer besten Freundinnen, und auch Lorena vertraute sie und hatte sie während ihrer Ausbildung als lebenslustige, fröhliche Kollegin kennengelernt.
Sanft umarmte Lorena die verwirrte Selina, ergriff den Saum ihres gelben Kleides und zog es ihr über den Kopf. Dann reichte sie ihr einen weißen Kimono, in den Selina sich nun hüllte.
Die Musik. Der Alkohol. Die anwesenden Freundinnen. Selina fühlte sich weich, warm und hungrig nach etwas, das ihr mit ihren bald einundzwanzig Jahren bisher verwehrt geblieben war.

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