Petra hörte, wie ihr Herzschlag immer schwächer wurde, bis sie ihn kaum noch vernahm. Als das Latex begann, den Rest ihres Kopfes einzuhüllen, sah Petra ihre Haare unter dem Latex verschwinden. Wirklich schade, denn sie liebte ihre vollen dunkelblonden Locken, aber sie konnte gar nichts dagegen unternehmen. Ihr nun kahler Kopf sah aus wie poliert. Ihr Gesicht war glatt und irgendwie merkwürdig.
Das Latex beraubte Petra ihrer Identität, sie konnte sich nicht mehr erkennen. Nun war sie lediglich eine dieser Schaufensterpuppen. Eine mit außergewöhnlichen Kurven und wohlgeformten Brüsten. Petra liebte ihren Körper, das sinnliche Gefühl von Latex, das sie einhüllte und umarmte. Es machte ihr nichts aus, dass sie nicht mal den kleinsten Muskel anspannen konnte. Sie fühlte sich geborgen, und ihr war, als würde ihr Körper permanent von tausend Zungen erregt, die sie liebkosten.
Als das Latex ihre Augen bedeckte, behinderte das Petras Sicht nur unwesentlich. Nun konnte sie lediglich geradeaus starren, sie spürte, dass ihre Augen leer und ausdruckslos wurden. ‚Ich bin eine perfekte Puppe‘, dachte sie. ‚Niemand würde ahnen, dass ich noch lebe.‘ Die Studentin entspannte sich, ihre Gedanken zerflossen.
Kurze Zeit später öffnete Helen zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Jessica die Tür der Umkleidekabine. Die beiden Frauen nahmen ihre neue Puppe mit und platzierten sie im Schaufenster neben das Ledersofa. Petras Sinne vollführten einen Tanz, angefasst zu werden war einfach wunderbar. Es schien, als ob die Latexverpackung selbst die kleinste Berührung vervielfachte. Sie war in Ekstase, auch dann noch, als das Duo sie ausstaffierte – mit einem langen, schwarzen Abendkleid aus Gummi, dazu passenden Handschuhen und hochhackigen Stiefeletten. Ein Halsband mit Leine sowie eine blaue Perücke vervollständigten das Outfit.
Petra erblickte sich in der spiegelnden Scheibe der Auslage. ‚Ich bin hübsch‘, dachte sie, ‚geradezu umwerfend.‘
Neben sie stellte Helen ein oberschenkellanges Paar schwarzer Latexstiefel. Für Kenner des Besonderenverriet ein Schild.
Semesterferien
2 10-16 Minuten 0 Kommentare
Semesterferien
Zugriffe gesamt: 317
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.