Sie breitete die Arme etwas aus und spreizte die Finger. Ihre Gelenke versteiften sich, als Arme und Hände in glänzendes Rot getaucht wurden. ‚Ich wünschte, ich könnte mich berühren‘, dachte Petra, ‚ich habe mich in eine Latexpuppe verwandelt, und das macht mich rattenscharf. Einfach unglaublich!'
Ihre gesamte Haut war nun von Latex bedeckt und begann immer stärker zu prickeln. Tausend Liebhaber schienen die Haut am gesamten Körper gleichzeitig zu berühren. Laut begann Petra zu stöhnen. Als Brust und Bauch sich nicht weiter dehnen konnten, blieb ihr die Luft weg, und ihr wurde schwindlig.
Das Latex bedeckte ihren Hals, sodass jede weitere Kopfbewegung unmöglich gemacht wurde. Das Material kroch über das Kinn und erreichte Petras Mund. Der Gummigeschmack brachte Petra in die Wirklichkeit zurück. Sie spürte, wie Zunge, Zähne und der gesamte Mund von Latex bedeckt wurden.
„Nein!“, brachte sie gurgelnd hervor, als das Latex ihre Kehle hinunterschoss. Es bedeckte die Stimmbänder, beraubte sie ihrer Flexibilität und unterdrückte ihre Fähigkeit, sich mitzuteilen. Es kroch weiter durch ihren Körper, selbst die Lungen wurden gefüllt. ‚Nein, bitte aufhören! Ich sterbe!‘, dachte Petra, die in Panik geriet.
Sie erblickte ihr Spiegelbild, ihr Gesicht war nur noch eine ausdruckslose Maske. Ihr Mund war geschlossen, alle Gesichtszüge waren ruhig und entspannt. Nur die Augen zeigten ihr Entsetzen, die Angst zu sterben. Aber Petra starb nicht. Sie erstickte nicht, wurde nicht ohnmächtig, sie hatte nicht mal mehr Atemnot. Sie hörte auf zu atmen, aber das brauchte sie auch überhaupt nicht mehr. Petra entspannte sich.
‚Na und?‘, dachte sie, ‚ich bin jetzt eine Puppe. Und Puppen atmen nicht.‘
Das Latex bedeckte die Ohren, füllte sie aus und verbannte alle Geräusche der Außenwelt.
Semesterferien
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