‚Volltreffer‘, dachte Petra, als sie den kleinen, unscheinbaren Zettel am Schwarzen Brett der Uni entdeckte. Wir suchen Aushilfen in der vorlesungsfreien Zeit. Überdurchschnittliche Bezahlung! Wenn Sie das Besondere zu schätzen wissen, sollten Sie sich umgehend mit uns in Verbindung setzen, stand darauf zu lesen. Merkwürdigerweise war keine Telefonnummer, sondern lediglich der Name Pandora’s Box und die Adresse angegeben. Unten rechts hatte jemand ein paar Stiefel hingezeichnet, was auf einen Schuhladen schließen ließ – oder jemand hatte sich schlicht einen Scherz erlaubt.
Petra entfernte die Pinn-Nadel, mit der der Zettel befestigt war, und nahm ihn an sich. Möglicherweise hatten noch nicht allzu viele das Angebot gesehen, sodass sie sich gute Chancen auf den Aushilfsjob ausrechnete, wenn sie jetzt schnell handelte. Die 24-Jährige wurde zwar von ihren Eltern finanziell großzügig unterstützt, damit sie sich während des Semesters voll auf ihr Studium konzentrieren konnte. Nur in den Semesterferien verlangten sie, dass ihre Tochter sich Geld dazuverdiente.
Das war auch dringend nötig, denn Petra hatte seit einiger Zeit ihre Vorliebe für ungewöhnliche Kleidung entdeckt: Aus Gummi und Latex musste sie sein, darin fühlte sie sich richtig wohl. Hauben, Korsetts, hochhackige Schuhe und Stiefel – an der Universität lebte sie ihren Fetisch aus, so oft sie konnte. Zu den Vorlesungen und Seminaren hatte sie ihre normalen Sachen aus Stoff an, doch in den letzten Monaten trug sie darunter BHs und Höschen aus Latex. Die Wochenenden verbrachte sie in ihr Lieblingsmaterial gekleidet in speziellen Clubs sowie hin und wieder mit Gleichgesinnten aus ihrem Freundeskreis.
Doch nun galt es, sich zu beeilen, um etwaigen Konkurrenten zuvorzukommen.
Semesterferien
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