Tja - und wenn wir heute Abend schon die Speisekarte, die Landkarte und jetzt auch noch das Alphabeth bemüht haben auf der Suche nach Triebbefriedigung - warum nicht auch die gute, alte Betriebswirtschaft. Auf der Suche nach Beute zeichnet sich die Gattung "Powerfrau" durch ausgeprägtes Kosten-Nutzen-Denken aus. Ehe ich quer durch die Stadt fahre... Man muß ja auch an den Heimweg denken, falls es mit dem Angebot an Latin-Lovers nicht so weit her ist. Draußen regnet es, also keine Experimente.
Ich hübsche mich auf und investiere die 10 € Eintritt. Es ist kurz nach Mitternacht. Ich setze mich an die Bar und bestelle einen Cocktail. Gerade nippe ich an meinem Strohhalm, da postieren sich zwei südländisch aussehende Typen neben mir und bestellen Orangensaft. Einer der beiden ist traumschön, ein bisschen wie Nino de Angelo in seinen besseren Zeiten, nur nicht so softig. Es dauert nicht lange, bis er die für Südländer typische direkte Anmache vom Stapel läßt. Wir unterhalten uns mehr schlecht als recht. (Ich bin nicht zum Reden hier, Babe!) Er sagt, er komme aus "Roma", arbeite als Maler. Ich glaube für einen kurzen Moment, der Gigolo wolle mir einreden, er male Bilder und lache. Wenig später stellt sich heraus, dass er statt Leinwände Häuserfronten anmalt. Hmm. Das entspricht natürlich nicht meinen Vorstellungen von "Mr. Right". Aber wir sind ja hier, um Entscheidungen zu separieren, nicht wahr. Ich riskiere einen unbemerkten Seitenblick auf seine Hände. Gott sei dank, die Fingernägel sind sauber. Der junge Mann macht einen sehr gepflegten Eindruck. "Filetto Roma" also, auch nicht schlecht. Hoffen wir, dass das Filetsteak hält, was die saftige Kruste verspricht.
Er sagt, er sei noch nicht lange in Deutschland, könne daher die Sprache schlecht. Lüstern betrachte ich seinen muskulösen Bizeps und den ausgeformten Brustmuskel.
Das Separationsmodell
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Das Separationsmodell
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